Na ihr Leser,
wie geht’s uns denn?? Uns geht’s doch echt gut. Nachdem wir
euch letztes Mal mit Informationen versorgt haben, wurden wir am Mittwoch mit
unserem ersten Gehalt versorgt. Zum Glück gab’s Mindestlohn: 8,5 € bzw. 13,5$
pro Stunde. Nur war ein wenig ärgerlich, dass wir die meisten Tage nicht voll
arbeiten konnten. Es hat nämlich für
Otago Verhältnisse übermäßig viel geregnet.
Donnerstag hatten wir dann frei, da die Blaubeeren sich auch
mal einen Tag lang nur sonnen möchten. Wir hätten an dem Tag Kirschen pflücken
können wie wir später erfuhren. Aber das haben wir nicht und deshalb genossen
wir es mal nicht im eiskalten Morgen aufzustehen. Dann wollten wir noch ein
wenig einkaufen, wo die Cadbury Weihnachtsmänner neben den Osterhasen standen
und haben dafür die Malaysierin Jaryee(Pharmazie) mitgenommen. Sie ist eine von
den 4 Studenten. Mark(Medizin), auch Malaysier, war mit am Pond,der mit dem ich
gesungen hab, Jeff(Zahnmedizin), ein langhaariger Malaysier, der auch ganz gut
Gitarre spielt und Nusya die Biotechnologiestudentin. Sie haben auch alle mit
uns immer Blaubeeren gepflückt.
Den Rest des Tages haben wir mit dem Aussuchen eines neuen
Fotoapparates verbracht. Nebenbei haben wir dann nochmal Honigkuchen gebacken,
der dank des guten Ofens auch echt gut wurde. Außerdem hatten wir noch
Tortenboden, den wir dann mit Kirschen belegt und glasiert haben. Für das
Abendessen wollte mir Pauline dann Brokkoli andrehen. Außerdem hat sie noch
Blumenkohl und Möhren gekauft. Dazu haben wir uns Käsesauce von Maggi
ausgesucht, weil dort genau diese Gemüse abgebildet waren. Zuletzt haben wir
noch etwas von Cathys Gemüse bekommen. Übersetzt heißt es Silberperle und sieht
aus wie Salat oder Kohl oder so und ist sehr gesund. Dies alles wurde mit
Nudeln serviert.
Bis auf die Nudeln hört sich das alles nach Selbstgeißelung
Paulines an, aber es hat uns beiden gut geschmeckt.
Den weiteren
Abend haben wir dann noch eine ganze Weile mit den anderen Asiaten gestanden.
Da wäre Chen/Jen eine Taiwanerin,
die viel lacht und sehr gut nachzuahmen ist, da sie, wie ihre Reisegefährting
Yumiko, eine schüchterne Japanerin aus der Nähe von Tokyo, sehr viel oooooh und
aaaaah sagt. Das klingt nicht nur im Duett von beiden zusammen lustig. Dann
gibt’s da noch Leo auch aus Taiwan. Seine Freundin Olivia ist gerade für ein
paar Tage zurück nach Taiwan, kommt aber bald wieder. Er ist hier weil er
Taiwan so schlimm findet. Aber trotzdem bestehen die Taiwaner darauf, dass
Taiwan nicht China ist, obwohl die Taiwanesische Regierung wohl von China
kontrolliert wird. Außerdem ist noch Miran dabei, die sehr zurückhaltendend ist
und aus Südkorea kommt. Sie wirkte immer sehr unfreundlich und ist Raucherin,
was sie ein wenig unsympathisch gemacht hat, aber mittlerweile ist sie sogar
meine Ukuleleschülerin. Als wir sie gefragt haben, wo sie her kommt sagte sie
Korea. Sicherheitshalber hab ich dann nachgefragt, ob Nord oder Süd, was
allgemeines Amüsement auslöste. Sie haben alle mit uns gemeinsam, dass sie
Reisende sind und Work&Holiday machen.
Die Themen waren weit verstreut zwischen Arbeit, Reisen,
Animes, Sprachen, Michael Schumacher, Autos(der Taiwaner hat mich gefragt, was
ist in Deutschland wertvoller, VW oder Oldtimer)
Am nächsten Tag sollten wir wieder nicht arbeiten, sind aber
Kirschenpflücken gegangen. Ja was sollen wir sagen, wir sind da einfach nicht
für geboren, aber die anderen normalerweise Blaubeerpflücker taten sich ähnlich
schwer. Aber immerhin wurden wir nicht weg geschickt und konnten 8 Stunden
einstreichen. Abends sind wir dann früh ins Bett, waren dafür Samstagmorgen umso
wacher.
Bei den Blaubeeren gibt es immer Reihen, mit ca 1m hohen
Büschchen, an denen man meist jemandem gegenüber sitzt, der die andere Seite
pflückt. Ich hatte an diesem Morgen ein Mädchen, dass irgendwie zu der Supervisorin
gehört, aber über die wir noch nicht mehr wussten. Sie war sehr redselig, so
erfuhr ich, dass sie 17 ist, die Supervisorin ihre Tante ist, sie aus Samoa
kommen(und keine Maori sind wie wir gedacht haben), haben über Bauer sucht Frau
und Supertalent geredet und über ihre 3 jährige Tochter und dass ihre Mutter
gestorben ist letztes Jahr. Bei letzteren Fakten war ich ein wenig geschockt,
dass sie es einfach so erzählt hat(ohne das ich gefragt hab)
Ansonsten, war der Sonntag Blaubeermäßig nicht so ertragreich,
aber den Boss haben wir mal gesehen. Er fährt immer mit seinem roten Truck über
sein Orchard und schaut, ob die Arbeiter auch schön arbeiten. Ab und zu mäht er
sogar Rasen oder beschwert sich, dass er den ganzen Tag umherfahren muss. Übern
Tag hab ich denn mal das Sauerteigbrotrezept übersetzt, weil ich schon
gelegentlich nach ihm gefragt wurde.
Da wir noch viele Kartoffeln hatten, sollte es heute
Kartoffeln mit Möhren gebraten und Käse darüber geschmolzen geben. Die
Bratkartoffeln waren am Ende zwar etwas schwach bis gar nicht gebraten, aber
der Käse war darüber geschmolzen. Die Möhren haben es nicht bis in die Pfanne
geschafft und sind gleich auf dem Teller gelandet. Nichtsdestotrotz deliziös.
Satt waren wir danach auch. Auf einmal kam aber einer der Tschechen(ja
Tschechen haben wir hier auch, aber eigentlich keinen Kontakt zu ihnen) in die
Küche zu uns und meinte wir können nach draußen zum BBQ kommen. Das taten wir
denn auch. Der Boss und ein paar andere haben einen ausgegeben. So war dann
doch noch ein wenig Schafsteak drin. Wir saßen am Tisch mit einem Tschechen und
einem Kiwi der hier immer mit dem Quadbike umherfährt. Zuerst haben wir
versucht mal ein wenig mit dem Tschechen zu reden, der sich aber ein wenig
Klischeemäßig verhalten und nur was davon erzählt hat das Deutschland die Kurve
ist. Freundlicher war da der Neuseeländer. Wir wissen jetzt, dass er auch nur
ein einfacher Angestellter ist, wie wir und nicht (viel) mehr bekommt. Er ist
auch nur zur Saison hier und sonst schneidet er Schafe auf. Er hat uns sogar
sein Messer gezeigt, was doch recht klein war. Die Arbeit an sich ist nicht so
schön und recht hart(nach der Arbeit ist er wohl voll Blut und total
verschwitzt), aber er verdient gut und kann das überall in Neuseeland machen,
damit er nicht ständig an einem Ort bleiben muss. Denn haben wir noch übers
Autofahren geredet und ihn aufgeklärt, dass Benzin in Deutschland teurer ist
und es tatsächlich Autobahnen ohne Geschwindigkeitsbegrenzung gibt. Es war denn
an sich doch noch ein netter Abend und ich habe zum ersten mal neuseeländischs
Bier probiert.
Ab Montag wollten wir uns nun besonders ins Zeug legen, da
die neue Woche beginnt und mein Pflückrate über den Mindestlohn kommen sollte.
Es hat sogar recht gut geklappt. Jedoch um 2pm war dann erstmal Schluss, weil
die Blaubeeren zu warm wurden. Um 7 ging es dann weiter und ich konnte meine
Geschwindigkeit halten. Da die Malaysier am nächsten Tag abreisen, waren wir
noch in ihrem Zimmer und ich hab das erste Mal mit Jeff Gitarre gespielt. Hätte
ich mal früher machen sollen.
Da wie gesagt ja mal wieder keine Arbeit war ging‘s Dienstag
nach Alexandra einkaufen. Einmal normal und dann noch zum Warehouse und gucken
ob eure Post schon da ist(leider nicht). Außerdem haben wir mal wieder Pizza gegessen und in einem Gewürzladen billig
Brotgewürz gekauft. Dann mussten wir auch schon wieder los durch die
wunderschöne Landschaft Central Otagos, die wir auch von unserem
Blaubeerorchard erleben dürfen, weil wir uns noch von den Malaysiern
verabschieden wollten.
Ich hab Jeff dann kurz noch die Geschichte mit der
Tonika Subdominante Dominate(nur Musiker brauchen das verstehen) erklärt, was
seine Sicht auf die Welt vollkommen verändert hat(er war sehr aus dem Häuschen)
und nach einem gemeinsamen Foto sind die 4 dann zurück nach Dunedin, wo wir sie
vllt mal besuchen.
Für den Abend haben wir ein wenig Zeug eingekauft gehabt,
was die Japanerin Zubereiten wollte für uns. Es gab Hayashirice, japanisches
Curry und Tirashizushi und mir hat eines besser als das andere geschmeckt,
Pauline mochte nur das Curry nicht. Dann ist uns eingefallen, dass wir ja noch
Essstäbchen(chop sticks) im Van haben und anscheinend bin ich ein Naturtalent
darin sie zu benutzen. Nicht so gut hat geklappt, Taiwanern, Chinesen oder Japanern das rrrrrr beizubringen. Recht
erstaunlich ist auch, dass sie anscheinend mit unseren Umlauten nicht klar
kommen. Auf jeden Fall sind Asiaten einfach klasse.
Gestern konnte ich das Tempo von Montag, auch durch Paulines
Unterschtützung erhalten(wir tricksen da jetzt ein wenig rum) und der Tag
verging ebenso schnell. Da die ganzen Schüler jetzt nicht mehr Blaubeeren
pflücken sind ganz viele Chinesen dazu gekommen.
Heute hats geregnet-also keine Blaubeeren. Bei den Kirschen wollen sie uns heut auch nicht, deshalb machen wir blau
bis denn
euer David
bis denn
euer David



Wo stand die Adresse um euch zu schreibe? Ich habe die nich gelesen oder überlesen. =(
AntwortenLöschenPauline Friel/David Schmiede
LöschenPoste Restante
66 Tarbet Street
Alexandra 9320
Neuseeland (und!) New Zealand