Donnerstag, 24. Januar 2013

David und Pauline machen blau


Na ihr Leser,
wie geht’s uns denn?? Uns geht’s doch echt gut. Nachdem wir euch letztes Mal mit Informationen versorgt haben, wurden wir am Mittwoch mit unserem ersten Gehalt versorgt. Zum Glück gab’s Mindestlohn: 8,5 € bzw. 13,5$ pro Stunde. Nur war ein wenig ärgerlich, dass wir die meisten Tage nicht voll arbeiten konnten.  Es hat nämlich für Otago Verhältnisse übermäßig viel geregnet.
Donnerstag hatten wir dann frei, da die Blaubeeren sich auch mal einen Tag lang nur sonnen möchten. Wir hätten an dem Tag Kirschen pflücken können wie wir später erfuhren. Aber das haben wir nicht und deshalb genossen wir es mal nicht im eiskalten Morgen aufzustehen. Dann wollten wir noch ein wenig einkaufen, wo die Cadbury Weihnachtsmänner neben den Osterhasen standen und haben dafür die Malaysierin Jaryee(Pharmazie) mitgenommen. Sie ist eine von den 4 Studenten. Mark(Medizin), auch Malaysier, war mit am Pond,der mit dem ich gesungen hab, Jeff(Zahnmedizin), ein langhaariger Malaysier, der auch ganz gut Gitarre spielt und Nusya die Biotechnologiestudentin. Sie haben auch alle mit uns immer Blaubeeren gepflückt.
Den Rest des Tages haben wir mit dem Aussuchen eines neuen Fotoapparates verbracht. Nebenbei haben wir dann nochmal Honigkuchen gebacken, der dank des guten Ofens auch echt gut wurde. Außerdem hatten wir noch Tortenboden, den wir dann mit Kirschen belegt und glasiert haben. Für das Abendessen wollte mir Pauline dann Brokkoli andrehen. Außerdem hat sie noch Blumenkohl und Möhren gekauft. Dazu haben wir uns Käsesauce von Maggi ausgesucht, weil dort genau diese Gemüse abgebildet waren. Zuletzt haben wir noch etwas von Cathys Gemüse bekommen. Übersetzt heißt es Silberperle und sieht aus wie Salat oder Kohl oder so und ist sehr gesund. Dies alles wurde mit Nudeln serviert.
Bis auf die Nudeln hört sich das alles nach Selbstgeißelung Paulines an, aber es hat uns beiden gut geschmeckt.
Den weiteren Abend haben wir dann noch eine ganze Weile mit den anderen Asiaten gestanden.
Da wäre Chen/Jen eine Taiwanerin, die viel lacht und sehr gut nachzuahmen ist, da sie, wie ihre Reisegefährting Yumiko, eine schüchterne Japanerin aus der Nähe von Tokyo, sehr viel oooooh und aaaaah sagt. Das klingt nicht nur im Duett von beiden zusammen lustig. Dann gibt’s da noch Leo auch aus Taiwan. Seine Freundin Olivia ist gerade für ein paar Tage zurück nach Taiwan, kommt aber bald wieder. Er ist hier weil er Taiwan so schlimm findet. Aber trotzdem bestehen die Taiwaner darauf, dass Taiwan nicht China ist, obwohl die Taiwanesische Regierung wohl von China kontrolliert wird. Außerdem ist noch Miran dabei, die sehr zurückhaltendend ist und aus Südkorea kommt. Sie wirkte immer sehr unfreundlich und ist Raucherin, was sie ein wenig unsympathisch gemacht hat, aber mittlerweile ist sie sogar meine Ukuleleschülerin. Als wir sie gefragt haben, wo sie her kommt sagte sie Korea. Sicherheitshalber hab ich dann nachgefragt, ob Nord oder Süd, was allgemeines Amüsement auslöste. Sie haben alle mit uns gemeinsam, dass sie Reisende sind und Work&Holiday machen.
Die Themen waren weit verstreut zwischen Arbeit, Reisen, Animes, Sprachen, Michael Schumacher, Autos(der Taiwaner hat mich gefragt, was ist in Deutschland wertvoller, VW oder Oldtimer)
Am nächsten Tag sollten wir wieder nicht arbeiten, sind aber Kirschenpflücken gegangen. Ja was sollen wir sagen, wir sind da einfach nicht für geboren, aber die anderen normalerweise Blaubeerpflücker taten sich ähnlich schwer. Aber immerhin wurden wir nicht weg geschickt und konnten 8 Stunden einstreichen. Abends sind wir dann früh ins Bett, waren dafür Samstagmorgen umso wacher.
Bei den Blaubeeren gibt es immer Reihen, mit ca 1m hohen Büschchen, an denen man meist jemandem gegenüber sitzt, der die andere Seite pflückt. Ich hatte an diesem Morgen ein Mädchen, dass irgendwie zu der Supervisorin gehört, aber über die wir noch nicht mehr wussten. Sie war sehr redselig, so erfuhr ich, dass sie 17 ist, die Supervisorin ihre Tante ist, sie aus Samoa kommen(und keine Maori sind wie wir gedacht haben), haben über Bauer sucht Frau und Supertalent geredet und über ihre 3 jährige Tochter und dass ihre Mutter gestorben ist letztes Jahr. Bei letzteren Fakten war ich ein wenig geschockt, dass sie es einfach so erzählt hat(ohne das ich gefragt hab)
Ansonsten, war der Sonntag Blaubeermäßig nicht so ertragreich, aber den Boss haben wir mal gesehen. Er fährt immer mit seinem roten Truck über sein Orchard und schaut, ob die Arbeiter auch schön arbeiten. Ab und zu mäht er sogar Rasen oder beschwert sich, dass er den ganzen Tag umherfahren muss. Übern Tag hab ich denn mal das Sauerteigbrotrezept übersetzt, weil ich schon gelegentlich nach ihm gefragt wurde.
Da wir noch viele Kartoffeln hatten, sollte es heute Kartoffeln mit Möhren gebraten und Käse darüber geschmolzen geben. Die Bratkartoffeln waren am Ende zwar etwas schwach bis gar nicht gebraten, aber der Käse war darüber geschmolzen. Die Möhren haben es nicht bis in die Pfanne geschafft und sind gleich auf dem Teller gelandet. Nichtsdestotrotz deliziös.
 Satt waren wir danach auch. Auf einmal kam aber einer der Tschechen(ja Tschechen haben wir hier auch, aber eigentlich keinen Kontakt zu ihnen) in die Küche zu uns und meinte wir können nach draußen zum BBQ kommen. Das taten wir denn auch. Der Boss und ein paar andere haben einen ausgegeben. So war dann doch noch ein wenig Schafsteak drin. Wir saßen am Tisch mit einem Tschechen und einem Kiwi der hier immer mit dem Quadbike umherfährt. Zuerst haben wir versucht mal ein wenig mit dem Tschechen zu reden, der sich aber ein wenig Klischeemäßig verhalten und nur was davon erzählt hat das Deutschland die Kurve ist. Freundlicher war da der Neuseeländer. Wir wissen jetzt, dass er auch nur ein einfacher Angestellter ist, wie wir und nicht (viel) mehr bekommt. Er ist auch nur zur Saison hier und sonst schneidet er Schafe auf. Er hat uns sogar sein Messer gezeigt, was doch recht klein war. Die Arbeit an sich ist nicht so schön und recht hart(nach der Arbeit ist er wohl voll Blut und total verschwitzt), aber er verdient gut und kann das überall in Neuseeland machen, damit er nicht ständig an einem Ort bleiben muss. Denn haben wir noch übers Autofahren geredet und ihn aufgeklärt, dass Benzin in Deutschland teurer ist und es tatsächlich Autobahnen ohne Geschwindigkeitsbegrenzung gibt. Es war denn an sich doch noch ein netter Abend und ich habe zum ersten mal neuseeländischs Bier probiert.
Ab Montag wollten wir uns nun besonders ins Zeug legen, da die neue Woche beginnt und mein Pflückrate über den Mindestlohn kommen sollte. Es hat sogar recht gut geklappt. Jedoch um 2pm war dann erstmal Schluss, weil die Blaubeeren zu warm wurden. Um 7 ging es dann weiter und ich konnte meine Geschwindigkeit halten. Da die Malaysier am nächsten Tag abreisen, waren wir noch in ihrem Zimmer und ich hab das erste Mal mit Jeff Gitarre gespielt. Hätte ich mal früher machen sollen.
Da wie gesagt ja mal wieder keine Arbeit war ging‘s Dienstag nach Alexandra einkaufen. Einmal normal und dann noch zum Warehouse und gucken ob eure Post schon da ist(leider nicht). Außerdem haben wir mal wieder  Pizza gegessen und in einem Gewürzladen billig Brotgewürz gekauft. Dann mussten wir auch schon wieder los durch die wunderschöne Landschaft Central Otagos, die wir auch von unserem Blaubeerorchard erleben dürfen, weil wir uns noch von den Malaysiern verabschieden wollten. 
Ich hab Jeff dann kurz noch die Geschichte mit der Tonika Subdominante Dominate(nur Musiker brauchen das verstehen) erklärt, was seine Sicht auf die Welt vollkommen verändert hat(er war sehr aus dem Häuschen) und nach einem gemeinsamen Foto sind die 4 dann zurück nach Dunedin, wo wir sie vllt mal besuchen.

Für den Abend haben wir ein wenig Zeug eingekauft gehabt, was die Japanerin Zubereiten wollte für uns. Es gab Hayashirice, japanisches Curry und Tirashizushi und mir hat eines besser als das andere geschmeckt, Pauline mochte nur das Curry nicht. Dann ist uns eingefallen, dass wir ja noch Essstäbchen(chop sticks) im Van haben und anscheinend bin ich ein Naturtalent darin sie zu benutzen. Nicht so gut hat geklappt, Taiwanern, Chinesen oder  Japanern das rrrrrr beizubringen. Recht erstaunlich ist auch, dass sie anscheinend mit unseren Umlauten nicht klar kommen. Auf jeden Fall sind Asiaten einfach klasse.

Gestern konnte ich das Tempo von Montag, auch durch Paulines Unterschtützung erhalten(wir tricksen da jetzt ein wenig rum) und der Tag verging ebenso schnell. Da die ganzen Schüler jetzt nicht mehr Blaubeeren pflücken sind ganz viele Chinesen dazu gekommen. 
Heute hats geregnet-also keine Blaubeeren. Bei den Kirschen wollen sie uns heut auch nicht, deshalb machen wir blau
bis denn
euer David

2 Kommentare:

  1. Wo stand die Adresse um euch zu schreibe? Ich habe die nich gelesen oder überlesen. =(

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    1. Pauline Friel/David Schmiede
      Poste Restante
      66 Tarbet Street
      Alexandra 9320
      Neuseeland (und!) New Zealand

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