Das Giantshouse war aber nicht wirklich riesig, der Name kommt von einem Mädchen, dem das Haus, welches auf einem Hügel steht so gigantisch vorgekommen war, wie das eines Riesen. Es war früher das Haus eines Bänkers und gehört jetzt der Künstlerin Josie Martin. Sie hat den Garten mit großen Mosaikskulpturen und Springbrunnen sowie diversen Sitzgelegenheiten gestaltet, mit sehr viel Liebe zum Detail und wahrscheinlich noch viel mehr Arbeit.
Danach sind wir dann wieder zum Onuku Van Park gefahren und haben auch endlich mal geschafft draußen zu essen, während es noch warm ist und angefangen zu planen. Und danach gab`s einen schicken Vulkanausbruchssonnenuntergang, auf dem erloschenen Vulkan.
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Am nächsten Tag nahmen wir uns vor die Summit Road hoch und runter zu fahren, also gings von Akaroa über die Tourist Road bis zum Hilltop. Dort kehrten wir um und wollten zur Pigeon Bay fahren. Hinunter gings eine steile Straße, die unsere Bremsen stark belastete. Als wir irgendwann verbranntes Gummi rochen, hielten wir es für angebracht unserem Auto eine Pause zu gönnen. Und wirklich unsere Reifen waren knallheiß und rochen verbrannt. Während wir unsere Reifen begutachteten, näherte sich ein kleiner Junge, der bald darauf anfing uns etwas über Land und Leute zu erzählen. Er freute sich scheinbar sehr, dass mal was passierte. Wir erzählten ihm, dass wir nach Okains Bay wollen. Er hat auch mal dort gewohnt und fragte uns, ob wir von da sind. Wir versuchten ihm dann zu erklären, dass wir aus Europa kommen und wo das liegt, aber seine Welt schien nicht viel weiter als nach Christchurch zu reichen, wo er, wie er stolz erzählte, geboren ist. Ein richtiger Junge vom Dorf eben der am Nachmittag auf dem Hof rumlungert und sich die Zeit verteibt mit Ziegen ärgern und kleine Kätzchen angucken. Er wirkte aber auch in seiner Mimik und Gestik viel älter als 9. Als unsere Reifen wieder normalere Temperaturen annahm, ging´s dann zum Beach, wo wir ein bisschen spazieren gingen und plötzlich von einem Foto auf‘s andere David‘s Kamera den Geist aufgab. Schön blöd.
Zum Glück heiterte das nächste Hostel unsere Stimmung wieder ein bisschen auf, nachdem wir von Pigeon Bay zu Okains Bay gefahren sind. Dieses war von BBH empfohlen und gar nicht teuer, 2$ mehr als Chez la Mer. Aber das Hostel hatte echt Hotelstandart. Die Besitzer (zwei Holländer) waren sehr nett und fürsorglich. Der große Eingangsbereich des eher kleinen Hostels auf einer Etage, hatte eine offene Küche, Essbereich und supergemütliche Couchen mit großer Hifi-Anlage inklusive CDs aus der Sammlung der Holländer und PC, freies Wifi und überall standen Vasen mit frischen Blumen. Aber das allerbeste war, dass wir ganz alleine im Hostel waren, also eigentlich alles für uns hatten. Man musste das Klo nicht abschließen, konnte die Waschtaschen dort lassen, brauchte sein Zimmer nicht verriegeln und sein Essen nicht verstecken. Der zweite Vorteil an der Abgelegenheit war, dass man laut Musik hören konnte, die wir nachdem wir sie für gut befunden haben auch auf unserem Stick sicherten. Das war echt wie zu Hause! Richtig schön. David wäre am liebsten eingezogen. Die große Küche hat uns dann spontan zum kochen eingeladen. Zum Glück gab es frische Ökoeier für billig Geld, da wir gar nicht darauf eingestellt waren. Somit beschlossen wir selber Spätzle zu machen und das klappte bis auf die Form auch richtig gut, hat nur ewig gedauert und war echt sättigend. Außerdem gab’s heiße Schokolade und zum Nachtisch hatten wir uns dann noch Mousse au Chocolat gemacht. Ein wirklich schöner Abend.
Am nächsten Tag aßen wir glaube ich zum ersten mal nicht im Bett/Auto Frühstück, sondern toasteten unser Brot und gönnten uns viel Nutella an `nem richtigen Tisch hmm :) Wir hatten für heute lange geplant wandern zu gehen. Es sollte zwar heute regnen, aber das sollte es schon so oft, aber richtig Regen hatten wir erst einen Tag hier in Neuseeland gehabt. Also fuhren wir erst noch kurz zum Strand von Okains Bay und dann ging‘s los zum wandern nach Hinewai. Wir zogen uns dick an weil es ziemlich kalt war. Dort im Vistorcentre war nicht viel los, ein einsamer Wanderer schlürfte seinen Tee und sagte uns nochmal die Wettervorhersage. Aber man konnte auch viel über Gorse(Ginster) erfahren, eine gelb blühende Pflanze, die man hier überall sieht. Sie wurde als Heckenpflanze eingeführt und wurde wie so vieles zu Pest. Früher haben sie versucht, sie wegzubrennen oder wegzuspritzen, aber dies beschädigte eher die anderen Pflanzen. Heute weiß man, dass die flach wachsenden Gorsepflanzen das Wachsen der einheimischen Pflanzen eher fördern, indem sie sich im Untergrund gut geschützt entwickeln können. Nachdem die nativen Bäume, wie verschiedene Pinienarten oder Buchenarten, die Gorse überwachsen haben, stirbt diese. So wurde in 24 Jahren schon viel erreicht, wie wir auf Fotos sehen konnten.
Dann gings los durch den aufgeforsteten Urwald zunächst zu einem Wasserfall. Ein paar Tropfen fielen tatsächlich, aber im Wald war davon zum Glück nicht viel zu merken. Der Weg war ganz gut, es ging nicht zu steil bergauf oder bergab schön durch den Wald mit – natürlich- ganz vielen Farnen, Schlingpflanzen die im Weg hängen und Flüsschen. Währenddessen tröpfelte es beständig weiter, wir wurden zwar etwas nass aber es war alles noch okay. Bis wir auf eine Wiese kamen mit hüfthohen Gräsern und einem nur zu erahnenden Weg hindurch. Unsere Jeans wurden immer nasser und der Weg schien nicht aufzuhören. Spätestens jetzt bereuten wir das mit der Jeans. Am Ende waren wir dann bis zur Hüfte klitschnass, es gab nur reichlich Pfützen in unseren Schuhen und gerade warm war es ja sowieso nicht gewesen. Zurück war es auch ein weiter Weg, obwohl wir noch nicht mal die Hälfte hatten. Also gingen wir dann doch weiter. Und es fing immer mehr an zu regnen. Die Farne die nun irgendwie die ganze Zeit den Weg versperrten machten uns gänzlich nass, von oben half noch der Regen nach. Der Untergrund wurde auch immer glitschiger und spätestens als wir uns mehrmals auf den Po gesetzt hatten, verging uns dann jegliche Lust. Dabei waren wir erst kurz vor der Hälfte und wir mussten sehr langsam gehen , um nicht auszurutschen. Aber es half ja nichts wir mussten wieder zurück. Die Sicht war durch Wolken und Regen natürlich auch eher nicht so gut. Aber immerhin hatten wir, da Davids Kamera ja kaputt war Mattis Kamera mit, für diese Umstände einfach optimal. Danke, Danke dafür nochmal! Als wir dann die Hälfte erreichten, fing dann an meine Regenjacke undicht zu werden (schön blöd ich hatte die Belüftungsschlitze auf) und mir war dann einfach nur noch kalt. Selbst David war ein wenig hoffnungslos. Doch irgendwann wurde es wieder ein bisschen wärmer, zu retten war eh nichts mehr und es ging gut voran. Kurz vorm Ende ließ meine Kraft dann einfach nach, meine Beine waren ein einziger Wackelpudding. Ich hatte durch mangelnden Hunger seit dem Frühstück nichts gegessen, auch weil das was wir mit hatten einfach eiskalt und nass war. Es war echt `ne Qual wieder zurück auf den Berg, wo unser Auto stand, völlig nass und durchgefroren und natürlich dreckig. Irgendwann bin ich dann doch tatsächlich am Auto angekommen, nach 5-6 Stunden wandern. Im Auto ging es aber auch nicht gerade bergauf, meine Beine waren ein einziger Eisklumpen, meine Füße gar nicht mehr zu spüren und ich hab nur noch gezittert. Nachdem ich die lange Unterwäsche von David angezogen hatte über meine andere Kleidung, ging es dann etwas besser, doch sah ich Davids Meinung nach aus als hätte er mich aus der Irrenanstalt entführt. David wollte dann schnell nach Akaroa. Die Tankstelle war zu. Wieder nach Onuku zu fahren wäre vielleicht zu weit, aber vor allem hatten wir Bedenken bei den schlechten, matschigen Straßen. Also zogen wir wieder ins Chez la mer, da gab es zumindest schon mal Wärmflaschen. Die wurden dann gleich erst mal gefüllt, Tee gemacht, Suppe gekocht und die Heizung angeschlossen. Es wurde schon besser aber immer wieder wurde die Kälte wieder übermächtig. Total müde schlief ich nach dem Essen auch ein, doch wurde ich ständig wegen meiner schmerzenden Füße wach, total verrückt.
Heute gab es auch viele Schauer über den Tag verteilt. Wir sitzen momentan mit verletzten Füßen, schmerzenden Gliedmaßen(natürlich hatten wir unsere Schmerzsalbe nicht mit ins Hostel genommen) und Halsschmerzen in der Library und hoffen, dass unser Immunsystem stark bleibt. Wir gehen heute höchstens noch ins Kino und hoffen, dass es heute Abend nicht mehr regnet.







