Sonntag, 25. November 2012

Post vs. Plan

Hallo Freunde


Prolog
Vor euch liegt ein sehr langer Eintrag, da in der letzten Woche doch recht viel los war. Aber  es ist ja Wochenende :) Es freut mich immer wieder zu sehen, dass wir doch einige Zugriffe haben und das nicht nur von Safari/iphone Nutzern sondern auch Windows. Dass es hier sogar Chrome und Opera Nutzer gibt find ich erstaunlich. Auch über die Zugriffe aus der Schweiz(hallo Solli) oder Tschechien(hallo Papa) freuen wir uns.
Wie beim letzten Mal gibt’s eine Zusammenfassung, welche ich aber nur denen empfehlen würde die auch wirklich nicht vorhaben den anderen Text zu lesen. Wer die Zusammenfassung liest kann aber auch in den Text springen wenn er etwas genauer lesen möchte.

Zusammenfassung
Da wir immer noch vergeblich auf die Post warten(bis heute ist noch nichts gekommen), aber eigentlich loswollen, machen wir viel spontan. Montag und Dienstag sind wir in die Berge gefahren und rumgewandert, es war gutes Wetter und nett anzusehen. Außerdem wollten wir einen Höhlenstrom durchwandern, was jedoch am zu hohen Wasserstand scheiterte.
Mittwoch fuhren wir über die Berge bei Christchurch zum Hafen wo die ersten Bewohner anlegten: Lyttleton. Sehr verschlafen und noch viele Erdbebenschäden. Donnerstag haben wir wie Samstag und Sonntag organisiert und Blog gemacht. Zwischendrin sind wir Freitag nach Akaroa umgezogen, wo wir auch noch rumgewandert sind und auf einem Campingplatz einen deutschen getroffen haben, der uns was er nicht mehr brauchte geschenkt hat


Flashback
Freitag hatte die Post zu, weshalb wir das Wochenende über noch in Christchurch bleiben mussten. Wir warten auf unsere Steuernummer, die „ADAC“ Karte und die Bestätigung der Überschreibung der Autos.

Teil 1: Heimat, Museum
Nachdem es Samstag endlich mal geregnet hat(sonst hat man immer das Gefühl etwas draußen machen zu müssen), ging es Sonntag in den Ferrymead Park, genauer gesagt ins Freilichtmuseum.

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Aus meinem FÖJ weiß ich ja, dass man in einem Freilichtmuseum einen sehr schönen Tag verbringen kann und in vielen Reiseführern war es als ein must see beschrieben, deshalb erwartete ich einen relativ überlaufenen Touristenort.
Das Gegenteil war der Fall. Auf dem Parkplatz stand außer uns nur ein weiteres Auto.
Innerhalb des Museums erwartete uns als erstes eine Kirche-nicht so wirklich spektakulär.
Dann kam man auf eine Straße mit einer Tram, wie sie im Jahr 1900 in Christchurch ausgesehen haben könnte. 1900 klingt erstmal nicht so spannend, aber was viel älteres gibt’s ja hier nicht.
Die meisten Häuser waren betretbar und es gab auch einige schön gestaltete Vorgärten(ist mir besonders aufgefallen, weil in Mueß wär das wohl auch mein Einsatzbereich gewesen).
Unsere erste Station war eine Arbeiterhütte, die wie alle Gebäude ins Freilichtmuseum versetzt wurde. Danach gingen wir in ein Gebäude, welches ein wenig wohlhabender aussah. Im Wohnzimmer lagen auf dem Tisch merkwürdige Geräte. Als wir uns fragten, was das ist, kam sofort eine Frau, die den Eindruck machte als wohne sie dort, also so geschauspielert. Sie bat uns im wahrsten Sinne des Wortes in die gute Stube und erzählte uns, dass die merkwürdigen Geräte „Victorianische Fernseher“ sind.  Wenn man das Bild auf der Schiene in der richtigen Entfernung zum Auge hatte, erschien es dreidimensional. Verrückt. Aber damit nicht genug. Ein Klavier, was uns vorher nicht besonders aufgefallen war entpuppte sich als eine Art Karaokemaschine. Man musste nur den richtigen Rhythmus raus haben in dem man die Pedale tritt und dann erklang das Klavier und vor einem liefen die Noten und der Text ab. Klingt komisch- war es auch.
Als wir durch die Häuser weiter zogen, trafen wir noch viele solcher Darsteller, die alle Freiwillige waren. Meist waren es ältere Leute, aber in der Schule(die sehr stark wie die in Mueß aussah) hingen Bilder von allen Freiwilligen unter denen auch viele Kinder waren. Außerdem konnte man die erstaunlich strengen Regeln für eine Lehrerin lesen.
Die übrigen Häuser waren eine Polizeistation, eine Anwaltskanzlei, ein General Store, eine Bäckerei, ein Kino, eine Druckerei, wo wir ganz viele deutsche Geräte gezeigt bekommen haben(unter anderem eine Faltmaschine) und die Post, wo wir noch ein paar Briefmarken für die Weihnachtskarten kaufen wollten. Am Schalter war ein älterer Mann, bei dem wohl nicht jeden Tag Briefmarken gekauft werden. Deshalb hat es ein wenig gedauert, bis wir die Briefmarken hatten, aber da er alles nachgucken musste, wissen wir jetzt, dass die Briefmarken, die wir bis jetzt für die Weihnachtskarten hatten nur für Postkarten gelten, nicht für Briefe.
Ebenfalls auf dem Gelände des Museums befanden sich noch einige andere kleine Museen, wie das für Miniatureisenbahnen und Feuerwehr, welche aber aufgrund der Erdbeben geschlossen waren.
Zuletzt wurde uns noch empfohlen eine Fahrt mit der Tram zur Radiostation zu machen. Als wir dort ankamen, waren wir überrascht, dass von dort sogar ein Radiosender operierte. Ein paar Enthusiasten(so stand es geschrieben) schufen ihn vor 20 Jahren. Seit damals sendet der Sender nun am Wochenende über ganz Ferrymead(ein kleiner Teil Christchurchs) Oldies.
Neben dem Sender waren in dem Gebäude noch unzählige alte Platten und Tonbandabspiel und Aufnahmegeräte.
Wieder im Auto schalteten wir dann den Radiosender ein und hörten ihn dann auf der Heimfahrt und auf dem Campingplatz solange wir es der Batterie zumuten wollten. Für die Zeit, wenn mal kein Wochenende ist oder wir nicht in Ferrymead sind, gibt es hier einen wunderbaren Rockradiosender.

Teil 2: iiiiiiihh KEA!
Dann war auch schon wieder Montag und nun sollte es endlich mal irgendwo hin los gehen, weil ja heute die Post da sein sollte. Falsch gedacht. Nix war da. Ein wenig bedröppelt standen wir da und überlegten, was wir machen.
Dann erinnerten wir uns, dass eine Mitarbeiterin des Jailhouse gesagt hatte, dass Christchurch hervorragend für Tagestouren geeignet ist und außerdem hatten wir schon viel Gutes vom Arthurspass gehört. Kurzentschlossen kauften wir uns eine Straßenkarte für die Südinsel(Paulines neuer bester Freund) und fuhren los. Naja wir mussten nur noch vorher tanken einkaufen und Wasserschuhe für eine Aktivität kaufen. Dadurch war es dann auch schon wieder relativ spät als wir losfuhren.

Erstmalig wollten wir nun auf einen Highway also eine Autobahn fahren. Wir hatten ja schon gehört, dass es nicht ganz den deutschen Autobahnen entspricht, aber nicht das: eine keine besonders gute einspurige Straße, auf der 100km/h erlaubt sind.
Gefühlt waren wir auch fast die Einzigen, die unterwegs waren. Deshalb konnte ich auch in aller Ruhe die grade Straße mit 80km/h  entlangfahren. Da die Strecke, außer Schafen, Kühen und Hecken zwischen den Feldern nichts besonders reizvolles bereithielt, kamen wir darauf, dass wir ja Schilder mit der Aufschrift „no cruising zone“ gesehen hatten. Wir bekamen raus, dass die Neuseeländische Jugend sehr gerne Autos immer dieselbe Straße rauf und runter fährt und diese Schilder dies in bestimmten Bereichen verbieten. Verrückt
Nach einiger Zeit begannen sich dann Berge vor uns aufzubäumen.
An der ersten Steigung hing auf einmal ein erstaunlich gut mithaltender und großer LKW im Nacken. Dies lag wohl daran, dass unser Van nicht wirklich mehr als 40 km/h(im 2. Gang) am Berg leisten kann und dabei nicht unbedingt erfreute Geräusche macht. Ansonsten ist das Auto aber erste Sahne, das Innenleben ist sehr gut durchdacht, man sieht, dass da kein unerfahrener Backpacker am Werk war. Außerdem kann ich meist den Verkehr ein wenig überblicken.
Besonders  lustig wurde es dann beim Bergabfahren, weil ich nicht glaube, dass ein LKW so schnell bremsen kann. Glücklicherweise kam bald eine Bucht für langsame Autos, wo ich ihn überholen lassen konnte und entspannt die Abfahrt genießen konnte. Pauline war dies leider nicht möglich, aber nach dem Berg waren wir auch schon an unserer ersten Station: den Castle Hills
Dies  sind ein paar Kalksteine auf einem Berg, die aussehen als wären sie von Menschenhand gestaltet. Man fühlt sich an Herr der Ringe erinnert, was jedoch nicht dort gedreht wurde, sondern Narnia.
Es gab keinen gekennzeichneten Wanderweg, lediglich einen im Reiseführer empfohlenen. Wir gingen einfach mal drauf los. Viele Leute waren nicht da, hauptsächlich eine Gruppe, die an den Steinen klettern übte. Auf dem Weg den Berg hoch erkletterten wir auch den ein oder anderen Felsen.
Als wir dann oben waren ein wenig die Aussicht genossen hatten haben wir schon gemerkt, dass das andere was wir vor hatten auf morgen verschoben werden muss. So beschlossen wir noch ein wenig den Berg zu umrunden, weil wir gar nicht auf den eigentlichen Rundweg gekommen waren. Wir fragten uns was wohl diese Schafzäune ohne Schafe zu bedeuten hatten. Später stellte sich heraus, hier soll die McCaskill(der ders eingezäunt hat) Buttercup geschützt werden soll. Pauline ging immer vorne weg, aber irgendwie steuerte sie noch auf den anderen Berg zu. Als ich sie fragte warum, sagte sie, dass wir doch den anderen Berg auch noch hoch wollen oder nicht?
Soviel Elan wollte ich nicht bremsen.
Ein wenig später waren wir dann den halben Berg oben(dachten wir zu dem Zeitpunkt) und wir bereuten beide die Entscheidung ein wenig, aber zogen weiter. Kurz darauf hatten wir dann glücklich den Gipfel erklommen und konnten noch ein paar Fotos schießen(bisher der fotoreicheste Tag).
Von da an ging es nur noch abwärts, symbolisch sowie bildlich gesehen(ausgenommen der Weg mit dem Auto, da ging’s auch noch hoch und hin und her durch wunderschön gelb beblühtete Berge). Der Campingplatz heute, war in Arthurspass Village(war wirklich nur ein Dorf kleiner als Lüblow) in einem Nationalpark. Die Nationalparks werden vom Department of Conservation(kurz doc; die staatliche Naturschutzorganisation) betreut. Die Lage des Platzes war mitten in den Bergen an einem Strömchen und viele Leute waren auch nicht da, deshalb waren wir guter Dinge.
Das erste Mal wollten wir nun unseren Gaskocher ausprobieren. Schnell war er angeschlossen und angemacht. Nur das Wasser im anscheinend zu vollen zu großen Topf, bei zu niedriger Außentemperatur, wollte nicht kochen. So langsam ging dann auch die Sonne unter, wir hatten Hunger und es war ein wunderschöner Sternenhimmel zu sehn, also kalt.
Dabei wollten wir doch nur Instant Nudeln mit Tomatensauce kochen.
Irgendwann hat das Wasser dann doch ein wenig gekocht und wir machten alles wie es auf der Packung stand, wobei wir herausfanden, dass die Nudeln mit Tomatensauce irgendwelche Asiatischen etwas scharfen Nudeln waren. Deshalb haben wir auch ein Päckchen Chilipaste weggelassen.
Während des Kochens setzte sich auf einmal ein Kea, ein Bergpapagei auf unser Auto und begann an unserem, „wenn man rückwärts fährt piep Ding“ rum zu knabbern. Wir hatten zwar schon ein paar Schilder bezüglich diesen Vogels gesehen, aber dachten, da steht nur wieder nicht füttern, nicht mit Steinen bewerfen. Jedoch Keas sind schon von Natur aus nicht scheu, sehr intelligent und diebisch. Diese waren auch noch angefütterte und wurden deshalb auch ein wenig aufdringlich. Unser Nachbar, ein älterer Deutscher mit Wohnmobil inklusive Familie, fand das aber witzig und begann, als wir den Vogel durch Wasserspritzer versuchten zu verscheuchen, an ihn zu fotografieren und zu erzählen wir toll er doch sei. Mittlerweile waren drei Keas da, aber sie wanderten nur noch auf dem Dach herum(und zerkratzten hoffentlich nicht den relativ neuen Lack). Kurz darauf hatten sie sich auf das Wohnmobil der Anderen gesetzt und wir brachten halb erfroren und verhungert unser Essen in den Van auf den Campingtisch(ja wir können sogar einen Campingtisch darin aufstellen).
Ich sollte probieren und es war unglaublich scharf, dass ich sofort etwas nachtrinken musste. Ich ahnte schon, dass ich den Topf alleine leeren muss, aber Pauline probierte auch. Sie empfand es auch als viel zu scharf, jedoch aß sie tapfer weiter. Irgendwann fingen dann unsere Lippen an zu brennen, aber wir aßen weiter. Im Nachhinein weiß ich nicht mehr wie wir’s gemacht haben, aber am Ende war nur noch ein wenig Flüssiges übrig.
Während des Essens ahnten wir, dass das alles nicht ordentlich gekocht hat und sich nicht richtig verbunden hat. Zumindest gab es immer sone roten Punkte in der Suppe die besonders scharf waren. Naja geschafft wollten wir nur noch schlafen, aber ein wenig sauber machen mussten wir ja noch. Wie üblich wollte Pauline abwaschen und ich abtrocknen. So gingen wir noch einmal raus in die etwas kältere Kälte als im Van und in die nicht ganz so kalte Kälte in der Küche(naja ein großer Raum mit Tischen und Waschbecken). Leider gab‘s auf dem Campingplatz kein warmes Wasser, was zum einen die Reinigung nicht erleichterte und zum anderen Paulines Finger zu Eiszapfen werden ließ.
Endlich im Bett, dachten wir als wir endlich im Bett waren und spielten noch eine Runde Haufen, Paulines Lieblingsspiel, weil sie da meist gewinnt. Es war zwar kalt, aber ich freute mich darüber eine Thermoskanne gekauft und lange Unterwäsche mitgenommen zu haben. Auch beschlossen wir eine Wärmflasche zu kaufen(die sich jetzt auch schon rentiert hat). Auch lustig an dem Abend war, dass Pauline herausgefunden hat, dass auf meiner Uhr ja wirklich das Datum steht und ich nicht nur so immer rauf gucke, wenn es um die Bestimmung des Tages geht. Trotz widriger Umstände hatten wir doch viel Spaß
Nach dem Kartenspielen schliefen recht zügig ein. Zügig ist hier das Stichwort, weil es durch die Südalpen von Christchurch nach Greymouth eine Zugstrecke gibt, neben der wir gelegentlich mit dem Auto gefahren sind. Ich dachte, das ist ja die Strecke der Transalpinen Bahn, mit der wir auch überlegt haben zu fahren, die jedoch zu teuer ist.
Nachts ist mir dann aufgefallen, dass auf dieser Strecke auch Güterzüge fahren, die einen weckten, wenn die Keas mal grade nicht auf dem Autodach eine Party feierten oder die Kälte ein um den Schlaf brachte.
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Teil 3: Es wird nass
Deshalb sind wir auch kurz vor 12 erst aufgewacht.
Ein Frühstück später ging es dann zum DOC Visitors center, um uns Informationen zu holen, über die kleine Wanderung die wir machen wollten und ob das Wetter für unsere zweite Aktivität auch gut ist.
Dann zogen wir los zu den Devils Punchbowls Wasserfall zu bewundern. Dort angekommen gab’s einen Apfel für Pulli und einen Bonbon für mich und dann wollten wir auch schon aufbrechen aus Arthurspass, weil wir ja noch etwas vor hatten und es schon Nachmittag war.
Die Fahrt durch die Berge war wieder wunderschön, das Wetter war herrlich und auf den einspurigen Brücken hatten wir meistens Vorfahrt, obwohl das eigentlich egal war ohne Gegenverkehr.
Mal wieder musste ich auch bemerken, dass the doors wirklich wunderbare Autofahrmusik sind.

An der Abbiegung zum Cave Stream verließen wir dann die Straße auf einen Parkplatz, wo sich ein paar Leute sonnten und ihr Kleidung zum trocknen aufgehängt hatten. Die Englischsprachkundigen werden schon bemerkt haben wo es nun hin geht, nämlich in einen Höhlen(Cave)strom(stream), den wir durchqueren wollten. In unserem Reiseführer für die nicht touristisch überlaufenen Pfade (NZ Frenzy) stand, dass man meist Knietief im Wasser ist, am Anfang evtl. schrittief. Im DOC visitors center wurde uns gesagt, bis zum Bauch würd es schon gehen.
Auf dem Parkplatz zogen wir uns warm und wasserabweisend an(siehe Fotos).
Als wir gerade los wollten, kam eine deutsche Frau auf uns zu und meinte, sie ist mal gespannt, ob wir das machen, weil sie hats nicht gemacht, weil man am Anfang in ein ziemlich tiefes Becken springen muss und wir sollen bloß die Fotoapparate und alles im Auto lassen. Sie verunsicherte uns doch sehr, deshalb legten wir alles Zeug was wir dabei hatten ab, nur den Fotoapparat wollte ich dabei haben.
Währenddessen kamen auch ein paar Leute wieder, von denen die Frau erzählt hatte, dass sie sich um sie Sorgen macht. Also alles halb so schlimm, dachten wir uns gingen den Weg runter in die Schlucht, wo man den etwas breiteren Gebirgsbach schon sehen oder hören konnte. Unten angekommen mussten wir ihn gleich erstmal überqueren. Ich dachte mir nützt ja nix früher oder später muss man ja eh ins kühle Nass. Als ich dann drin stand, war auch eher die Strömung das Problem als die Kälte. Nach der Überquerung merkte man die Kälte jedoch deutlich, zum Glück mussten wir das Wasser gleich noch einmal durchqueren. Dieses Mal war es jedoch sogar schon knietief an der Stellemit der stärksten Strömung. Aber mit ein wenig Teamwork meisterten wir auch dieses Hindernis mit Bravour.
Jetzt standen wir am Eingang der Höhle aus der das Wasser in den Strom den wir überquert hatten lief. Auf Hinweisschildern stand, dass es sicherer ist gegen die Strömung zu gehen und die hier war auch gar nicht so stark. Deshalb freute sich Pauline jetzt auch sehr wie man auf dem Foto sehen kann.
Aber jetzt war Schluss mit lustig. Man hatte die Wahl zwischen ein Stück in die Höhle rein gehen und dann ins relativ tiefe Wasser springen und Stück für Stück rein gehen. Ich wählte Möglichkeit 2 und machte mich fest entschlossen auf den Weg ins Wasser. Die Kälte kommt dabei ja nicht schlagartig beim Körper an, da man ja noch Kleidung an hat. An der tiefsten Stelle ging mir das Wasser bis zur Brust, so dass ich schon kurzzeitig Schwimmbewegungen machen musste. Aber ich ließ es mir nicht nehmen ein Foto in die Höhle rein zu machen(man muss bedenken ich musste die Kamera ja die ganze Zeit über Wasser halten. Dann war Pauline dran. Ich empfahl ihr sich am Rand ein wenig an den tieferen Stellen lang zu hangeln, war mir aber selbst nicht sicher, ob ich das durchziehen wollte, doch mit einem platsch war Pauline auf einmal im Wasser und schwamm vor mir weg………..nene ganz so mutig ist Pauline nun doch nicht geworden. Der Blog könnte zwar Pauline in Gefahr heißen, aber in eine so große Gefahr muss nicht sein. Als wir gesehen haben wie tief ich darin stehe haben wir uns gesagt, dass wir ein paar Fotos machen und im Sommer wieder kommen, wenn das Wasser nicht mehr so hoch und nicht mehr so kalt ist, bzw. es gibt auch noch viele andere Höhlen.
Also ging es dann zurück über den Strom(was an sich schon ein Abenteuer war) nach oben. Dort war meine neue Outdoor Jacke auch schon wieder fast ganz trocken.
Der Lacher des Tages war dann über uns selbst. Wir hatten uns ja extra von Paulines Cousin einen Unterwasserfotoapparat ausgeliehen, den man genau jetzt auch hätte mal benutzen können.

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Dann fuhren wir zurück in den All Seasons Holidaypark in dem wir am Wochenende schon waren und genossen auf dem Weg dorthin noch einmal die Berge, bis wir in eine Wolke fuhren und erst im öden schnöden Flachland wieder das Tageslicht erblickten. Naja immerhin war es Dienstag und dies hieß ja mal wieder Pizza.

Teil 4: drunter und drüber
Mittwoch checkten wir dann wieder aus dem Holiday Park aus, weil es(mal wieder) endlich los gehen sollte nach Akaroa. Aber zuerst mussten wir ja die Post abholen fahren, die , wer hätte das gedacht, nicht da war. Wir hatten damit ja gerechnet und schon einen Plan gemacht. Wir wollten mal nach Lyttleton fahren, der Hafenort, wo die Anfänge Christchurchs liegen. Außerdem wollten wir die Summitroad(Gipfelstraße) mal befahren. Also ging’s von Christchurch den Dyers Pass hinauf in die gelb beblühten Port Hills. Von hier konnte man wunderschöne Blicke auf Christchurch erhaschen. Auch viele Wanderwege starten von hier, jedoch wollten wir nur heute nur das light Programm mit dem Auto auf der Summit Road. Wir fuhren sie bis zu dem Punkt ab dem sie aufgrund des Erdbebens gesperrt war, drehten um und rollten runter nach Lyttleton ohne großen Plan, was man dort machen konnte. Auch hier hat das Erdbeben ziemlich gehaust und so spazierten wir nur ein wenig den Hafen entlang, bis zu einem Lokal in das wir einkehrten. Nach den eher merkwürdigen Fish’n’Chips vom Asiaten beim Jailhouse wollten wir uns heute mal was Frisches gönnen. Wir bekamen eine Karte bei der irgendwie alles auf Fish’n’Chips in verschiedenen Varianten hinauslief. Die Kellnerin erzählte uns, welche Fische heute zur Auswahl stehen und wie sie zubereitet sind.
Wir haben natürlich alles nicht verstanden, deshalb nahm ich einfach mal den Fisch des Tages und Pauline Möglichkeit 1 beim klassischen Fish’n’Chips. Bekommen haben wir das, was auf den Fotos zu sehen ist.
Und es hat geschmeckt..hmmmm es war so himmmhhhhlisch. Ich war ein wenig traurig als mein Teller leer war. Nun wollten wir, noch erfahren, welchen Fisch wir denn gegessen haben, deshalb gingen wir zum bezahlen rein, wo es zu lesen war. Pauline hatte crumbled sole(panierte Seezunge) und ich gurnard(Knurrhahn). Noch immer von dem kulinarischen Hochgenuss verzückt, stiegen wir ins Auto auf den Heimweg Richtung Holiday Park. Dieses Mal wollten wir die kürzeste Strecke fahren, die unter der Hintour durch den Berg führte. Einen Moment später waren wir schon am Ziel und konnten gar nicht glauben, wie schnell das ging.
Abends haben wir denn nochmal Wäsche gewaschen und unsere Elektrogeräte im TV Raum geladen. Nebenbei hatten noch 2 Engländer mit dem 3. Herr der Ringe Teil ausgeliehen, den wir uns noch ansahen.

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Donnerstag dann das übliche Programm: Ausschecken, zur Post fahren, keine Post da, oh nein was machen wir nur. Pauline braucht noch einen Sonnenhut, deshalb fuhren wir zur Mall in der Nähe des Holiday Parks. Einen Hut haben wir nicht gekauft, aber dafür ein Kleid, eine Arbeitshose und eine Wärmflasche. Aus Mangel an Ideen(und Lust) was man noch in Christchurch machen kann, ging’s wieder in den Holiday Park, wo wir denn mal ein bisschen rumorganisieren wollten, also bisschen Weihnachtskarten machen und Orte zum WWOOFen suchen. Außerdem haben wir Lisas Eierkuchenrezept in die Tat umgesetzt.

Teil 5: Unverhofft kommt oft
Freitag, war es uns dann egal, ob nun Post da ist oder nicht, wir wollten endlich los. Briefe für uns waren selbstverständlich noch nicht angekommen. Damit wir beim Tanken nicht immer die Kreditkartenbezahlgebühren bezahlen mussten, begaben wir uns noch kurz zu unserer Bank, holten Geld von unserer Kreditkarte aus dem einen Automaten und schoben es direkt in den daneben wieder herein auf unsere Neuseeländische EFTPOS Karte. Dann hab ich mir noch einen Marzipanriegel besorgt. Zuletzt wollte ich Christchurch noch helfen, bei einer Aktion, wo man seine schönsten Fotos vom neuen Christchurch hochladen sollte. Deshalb bin ich zu dem Stand der Aktion gegangen um zu erfahren, wo diese Fotos hochgeladen werden sollen. Ich bekam nicht nur die Information, sondern auch 2 supercoole Becher, mit den wir jetzt an verschiedensten Orten Freigetränke bekommen.
Nun hielt uns nichts mehr in der Stadt und es ging rauf auf den Highway gen Süden auf die Banks Peninsula. Sie wurde so genannt von James Cook, nach einem Herrn Banks. Jedoch die ersten europäischen Siedler dort waren Franzosen. Deshalb ist im größten Ort der Insel auch noch viel französisches Flair zu spüren. Auf dem Weg in diesen Ort kamen wir durch ein Dörfchen, wo sich von fern ein Stoppschild zu mir drehte. Ich dachte schon Polizeikontrolle, aber es war nur ein Training der Schülerlotsen. Danach mussten wir uns noch wieder über ein paar Bergstraßen quälen. Also eigentlich quäle ich eher Pauline, weil als Beifahrer könnte ich mir vorstellen ist die Fahrt nicht so lustig, egal wie vorsichtig ich fahre.
Das Örtchen ist recht schick und wirklich nur ein wenig größer als Lüblow. Wir gingen dort spazieren und beschlossen nicht zurück ins einen Berg entfernte Little River zu fahren, sondern ein bisschen südlich auf einen guten Campingplatz.

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Dieser lag wider erwarten auf einem Berg. Die Straße dorthin war noch enger und noch steiler als die vorherigen, teilweise nicht mal asphaltiert. Zum Glück kam kein Gegenverkehr. Auf dem Berg angekommen standen wir auf einer Farm, mit Hostel, „Holzzelten“ und Campingplatz. Wir wurden gleich auf dem Hof freundlich empfangen, ein paar Hündchen(graue Pudel oder so) sprangen froh um uns herum und die Schafe bemääääähhrkten uns auch. Der Campingplatz hatte eine wunderschöne Lage. Ich weiß ich schreib öfter wunderschön, aber es ist wirklich traumhaft.
Die Frau die uns empfangen hatte, fragte uns ob wir auch wandern möchten und da wir nichts weiter vor hatten , sagten wir ja. Sie empfahl uns einen Weg der uns auf die Spitze des Berges führen sollte. Wir sollten uns Wanderschuhe anziehen. Geistesungegenwärtig antwortete ich auf die Frage: „Do you have hiking boots“ mit „Ham wa“
Naja zumindest haben wir uns denn auf den doch recht steilen Weg gemacht, welcher nette Ausblicke offenbarte.
Von oben hatten wir schon gesehen, dass sich ein weiterer Campingwagen zu unserem gesellt hatte. Als wir dann das Zeug zum Essen(Resteier mit Nudeln) zusammengesucht haben, kam auf einmal Markus(ich weiß nicht ob c oder k tut mir Leid) an unser Auto. Ein um die 30 Jahre alter Bielefelder Softwareentwickler und Musiker im Urlaub. Er wollte auch grad essen machen gehen und so trafen wir uns in der Küche. Bei ihm gab es heute Reis mit Champignons und Lamm. Auch für ihn mal was richtig edles. Es war der vorletzte Tag seiner Rundreise und konnte uns daher viele schöne Sachen erzählen und Fotos zeigen. So bekamen wir dann auch mal ein iphone 5 vor die Augen, welches wirklich erstaunlich gute Fotos macht. Die Panoramafunktion hatte er ebenfalls gut genutzt. Seine letzte Station sollte noch Christchurch sein wo wiederum wir ein paar Tipps geben konnten. Am nächsten Morgen waren wir uns nur nicht mehr so sicher ob wir ihm die richtige Zeit für die Stadtführung gesagt hatte oder die für den Botanischen Garten.
Das Highlight des Abends war wohlmöglich, als sich zu uns(die Küche war mehr oder weniger eine überdachte Terrasse) ein Vogel(Kautz?) gesellte, der wahrscheinlich auf die Maus die in der Küche rumlief scharf war. Markus machte noch ein paar gute Fotos, ich hatte leider keine Kamera parat, und Pauline war grad im Auto.
Wir erzählten noch ein wenig übers reisen, Musik, Musik machen und Süßigkeiten. Dann holte er noch seine in Neuseeland gekaufte Gitarre raus, spielte uns ein wenig was vor(vllt. ja auch bei Rock’n’Church dann??) und überließ sie mir letzten Endes(was Pauline jetzt schon ein wenig aufregt) sowie eine Menge nützliches Zeug und Essen. Ach und es gab noch eine Süßigkeiten Verkostung(Lakritz mit Schokolade) und ein Süßigkeitenempfehlung(Timtams).
Was für ein schöner Abend. Unverhofft kommt oft. Genauso wie bei den Ingwerkeksen von den ich noch gar nicht berichtet habe:  im Pak’n’Save: Ich wollte nicht die Cookies die Pauline wollte, aber sie auch keine Weingummis die ich wollte. Kompromiss: Ingwerkekse von Budget für 89 Cent. Am Auto probierte ich und sie schmeckten ziemlich gut, ein bisschen wie Pfefferkuchen. Pauline probierte auch. Jedoch kurz nachdem sie abgebissen hatte, kam bei mir der Ingwergeschmack mit voller Wucht. Kurz danach auch bei Pauline… Das Ende vom Lied war dass ich sie für mich hatte. Hier gibt es viel mit Ingwer und mir schmeckt's so langsam.

Teil 6: Was wollen wir machen? Essen!
Gestern sind wir dann wieder vom Berg runter nach Akaroa und wollten das Internet in der Bibliothek nutzen. Nur leider war diese geschlossen. Dann waren wir ein wenig planlos und beschlossen in den Holiday Park hier zu fahren um erstmal zu organisieren und diesen ewig langen Blogeintrag zu schreiben. Zuvor jedoch kauften wir uns noch ein Brötchen mit frisch gefangenem und gebratenem Knurrhahn, buchten für Montag eine Kajaktour zu den Pinguinen, Delfinen und Seelöwen und kauften Timtams. Letztere sind durchaus verdammt lecker.
Der Holiday park an sich ist ziemlich groß, gar kein Vergleich zum anderen, aber nicht so schön und teurer. In Hostels und Holiday Parks gibt es oft Fächer für free stuff und free food. Hier ist dieses Fach immer recht gut gefüllt, so dass wir davon leben und sogar noch ein paar Vorräte mitnehmen können. Außerdem bin ich Getränkemäßig von Pepsi(das billigste Getränk hier) auf Tee umgestiegen.
Heute haben wir auch noch mit diesem Blogeintrag verbracht bis jetzt und morgen geht’s denn ja auf Pinguinsafari.
Zum Schluss möchte ich noch sagen, dass falls es zu irgendetwas Fragen gibt, ihr ruhig kommentieren könnt, es kann immer gut sein, dass ich was nicht geschrieben hab um etwas zu verstehen oder meine Erinnerungen lückenhaft sind.
Sobald wir wissen wo wir Weihnachten sind, geben wir Bescheid, bis dahin alles gute
Euer David

1 Kommentar:

  1. Hey,
    schöner Blog! Freut mich, dass euch die TimTams schmecken. Ich bin mittlerweile wieder im nass-kalten Deutschland und wünsche mich zurück ins schönste Land der Erde.
    Lasst es euch gut gehen und genießt eure Zeit in NZ.
    Viele Grüße,
    Markus (k war richtig ;-))

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