Weil das ein
sehr langer Eintrag wird, gibt’s ne Zusammenfassung für die Faulen und
Zeitknappen:
-Sonntag:
kleiner Markt->toll, Pauline Wanderschuhe gekauft
-Montag:
organisatorisches, Wandern aber nur die kurze nicht gesperrte Strecke
-Dienstag:
Canterbury Museum: nett aber auch viel geschlossen wegen Erdbeben
-Mittwoch:
Kajaktour, Stadtführung, Versicherungsabschluss
-Donnerstag:
Adrenalin Forest(Kletterwald) richtig lustig
Hallo
Freunde
letzten
Sonntag(verrückt heute ist schon wieder Donnerstag) haben wir im Eintrag den Tag
des Schreibens weg gelassen. Das hol ich denn mal jetzt nach.
Also: an dem
besagten Tag wollten wir uns mal unter die locals mischen. Drum gingen wir zum
Riccarton Markt. Riccarton ist sowas wie Chinatown, dachten wir.
Weiter als zur
Riccarton Mall sind wir nie gekommen und der Markt war gar nicht so weit weg
davon. Aber was da hinter dem Einkaufszentrum war, haben wir nicht erwartet.
Ein gepflegtes Vorstadtviertel wie in einem amerikanischen Film, inklusive Veranstaltung vor der Kirche mit Kuchenverkauf
und allem drum und dran und Kindern die Limo verkaufen am Straßenrand.
Der Markt
selbst war im Park gelegen. Er war ein schöner kleiner Wochenmarkt. An den
Wegen standen viele Kinder, die mehr oder weniger erfolgreich Musik machen. 2
Jungs mit Gitarren und Gesang klangen sehr gut.
Größere Kartenansicht
Am Ende des Marktes war der Riccarton Bush, den uns Jen(die Vorbesitzerin des Autos) empfohlen hatte. Wenn man ihn betritt, ist man auf einmal mitten im Wald. Er war ein Überbleibsel des Waldes der einst dort war, wo heute Christchurch ist. Dort leben Kiwis, die man natürlich am Tag nicht sieht.
Danach haben
wir uns ein leckeres Backstück geholt und ans kleine Flüsschen gesetzt, wo süße
Entlein mit der Strömung kämpften. Nachdem wir kurz da saßen begann hinter uns
ein Junge Klarinette zu spielen. Erst etwas Merkwürdiges , dann wonderful world.
Dies war aber nicht zum mitsingen geeignet und auch nur 0,5 Strophen lang, denn
dann begann etwas Anderes und kurze Zeit später wieder alles von vorn. Letzten
Endes war es auch dies, was uns weiter ziehen lassen hat.
Nun stand
Wanderschuhe für Pauline kaufen auf dem Plan. Wir hatten schon viel gesucht,
aber meistens waren sie zu teuer oder zu groß. Auch dieses Mal gab es nur
Schuhe in Größe 37. Pauline probierte sie trotzdem. Verrückterweise waren sie
ihr sogar ein bisschen zu klein, weshalb sie am Ende ganz stolz mit Schuhen in
Größe 38,5 den Laden verließ.
Dann
schlenderten wir noch ein wenig weiter in der Mall herum und zack war es schon
wieder später Nachmittag. Da wir noch Kanu fahren wollte eilten wir zur Avon,
vorbei am Hagley Park, der mit seinen Zahlreichen Sportanlagen das Herz der
Stadt bildet. Leider kamen wir zu spät. Zum Glück hatte der Eisladen noch nicht
zu. Der Tag war gerettet und wir beschlossen noch den letzten Blogeintrag zu
schreiben.
Sonntag war
dann Wasch- und Organisationstag, weil es gewittern sollte. Aber das Wetter
blieb gut, was ein wenig ärgerlich war.
Montag
hatten wir Einiges auf dem Zettel.
Zuerst ging
es zur AA (australischer ADAC) eine Mitgliedschaft beantragen. Sicher ist
sicher.
Dann etwas Trinken
kaufen und einen Snack dazu und etwas essen.
Zur Isite (der
Touristinfo) mussten wir auch noch um uns mal ein paar Campingplatzkarten zu besorgen.
Jetzt mussten wir nur noch bei der Post checken, ob etwas für uns angekommen
ist und dann ging es zum Bus in den Außenbezirk Sumner. Vor Angst die Bushalte
zu verpassen sind wir zu früh ausgestiegen. Den Weg haben wir trotzdem
gefunden. Jen bat uns herein und gerade als wir drinnen waren, begann es
draußen zu gießen. Ihr Kind war noch im Kinderwagen, der draußen stand. Weil es
so unsanft geweckt wurde, war es nicht so wirklich fröhlich drinnen. Doch mit
unserem kleinen Mitbringsel, was wir mitgebracht hatten, lachte es bald wieder,
zuckersüß wie immer. Dann übergaben wir der Mutter noch einen Batzen Geld und
bekamen einen Zettel mit ein paar Funktionshinweisen .
Zu guter Letzt
überreichte sie uns dann den Schlüssel zum Glück, unserem Heim, unserem
Fortbewegungsmittel(haha jetzt sind wir eine Schnecke)- UNSEREM CAMPERVAN
Bevors losgeht
muss natürlich erst mal das Radio in Betrieb genommen werden. Darauf folgte das
provisorische Abwürgen des Motors, weil ich die Handbremse, wie bei Testfahrten
vergessen hatte. Naja immerhin war ich dieses Mal auf der richtigen Seite
eingestiegen(das Steuer ist hier links und auch das hatte ich bei den
Testfahrten nicht bedacht.
Irgendwann
haben wir uns dann doch los bewegt. Wir waren wieder im Vorort viel Platz auf
der Straße, was für die ersten Fahrmeter recht gut war. Jedoch wollten wir noch
zu einem Wanderpfad fahren. Wie in Christchurch üblich war der normale Weg
gesperrt, deshalb standen wir in einer Sackgasse mit dem Riesenauto. Also hieß
es wenden, was auch dank Paulines Einweisung gut gelang. Bald waren wir auf der
richtigen Strecke, welche laut Jen ziemlich knifflig zum Üben aber ok sein
sollte.
Die Realität
war eine typische(bzw. besonders enge) Bergstraße mit Serpentinen Abhängen und
allem was dazu gehört.
Ich kämpfte
mich ein Stück hoch, mit der ständigen Angst mein letztes Stündchen könnte
geschlagen haben. Deshalb war ich auch froh als Pauline sagte, ich soll mal am
Straßenrand halten wir drehen um. Nur der Straßenrand war recht klein, ziemlich
steil und noch dazu direkt hinter einer Kurve. Außerdem war da noch die
Steigung und das schwere Auto und ich. Natürlich gab es keine Wendemöglichkeit.
Die Lage schien aussichtslos. Ich dachte an rückwärtsfahren, Jen anrufen, AA
anrufen und an was nicht alles. Doch dann kam mir eine Stimme in den Kopf. Sie war
vertraut und doch so lang nicht mehr gehört.
Es war Herr
Borchert.
Lektion:
Anfahren am Berg. Handbremse anziehen… Schleifpunkt suchen… ein wenig Gas…. Und
Handbremse lösen Kupplung kommen lassen Gas geben abgewürgt. Die Handbremse war
nicht richtig gelöst. Also noch einmal das ganze… und wir waren wieder im Spiel.
Was ‚ne Erleichterung
Weiter ging
die wilde Fahrt. Die Straße lief sehr eng am Felsen entlang was Pauline ein
wenig beunruhigte. Ich war noch ein wenig aufgeregt, darum sollte Pauline
wieder Musik anmachen.
Ihre
Liedauswahl war Vorzüglich. Froh dabei zu sein von Philipp Poisel. Für jeden der
es nicht kennt hier ein paar Textauszüge:
„Du bist
doch noch so jung, das ist was die Leute sagen, doch wenn ich heute gehen
müsste, könnte ich mich wirklich nicht beklagen“
„Ich hab
furchtbar Angst vorm Tod“
„zwischen
all dem Sturm und Regen, bin ich auch viel im Sonnenschein, auch wenn die Angst
vorm Sterben weh tut, bin ich froh froh dabei zu sein.“
Ich denke
das Thema des Liedes wird ein wenig klar.
Irgendwann
waren wir dann endlich oben. Ich war heilfroh, weil ich dachte runter kann ja
nicht mehr so schwer werden. Jedoch Pauline sagte „Papa sagt runter ist viel schlimmer
als hoch“. JUHU!
(Mehr Infos zum
Auto gibt`s in der nächsten Ausgabe von „Wo ist David?“!)
Letztendlich
wars(für mich) gar nicht so schlimm. Trotzdem waren wir angekommen doch sehr
fertig mit den Nerven. Da tat ein wenig wandern recht gut. Aber Christchurch
wäre nicht Christchurch, wenn der Wanderweg nicht wegen des Erdbebens gesperrt
wäre. Zum Glück entdeckten wir noch einen anderen Wanderweg, welcher auch sehr
eindrucksvolle Panoramen eröffnete.
Nach der Hälfte war aber auch dieser
gesperrt. Deshalb mussten wir auf der Straße weiter ziehen. Dort trafen wir eine
ältere Frau, die uns fragte, ob der Weg frei ist, den wir gekommen sind, weil
man in diesen Tagen nicht weiß was nicht gesperrt ist.
(die Fahrtstrecke;die Wanderstrecke verläuft da am Wasser lang)
Da wir uns
in einem feineren Viertel befanden blickten wir im vorbeigehen ein wenig in die
Häuser hinein. In einem stand sogar schon ein Weihnachtsbaum. Hier scheint alles
ein wenig früher zu sein. Seit unserer Ankunft gab’s schon Weihnachtsmänner, seit
wir in Neuseeland sind Weihnachtsschmuck im alles muss raus Bereich und im Bücherladen
wo die Weihnachtskarten und Kalender für nächstes Jahr schon reduziert sind,
wurde ich, als ich ein Spiel für uns und die Kleinigkeit für das Kind gekauft
habe von der Verkäuferin gefragt für wen das denn das Weihnachtsgeschenk ist. Ich
habe mich ertappt gefühlt und nur „nicht für mich“ gesagt, weil das Spiel(für
das ich vllt zu alt bin) für mich war und das Babyteil auch cool fand.
Die Rücktour
hat dann richtig Spaß gemacht und der Einkauf fiel auch ein wenig größer aus,
da wir ihn ja nicht mehr schleppen brauchten.
Dienstag
wollten wir endlich Kanu fahren. Aber irgendwie war es dann doch zu kalt und
wir gingen ins Canterbury(Provinz, deren Hauptstadt Chch ist) Museum. Der
Eintritt war frei, jedoch bekamen wir am Anfang eine Karte, auf der wir gezeigt
bekamen, dass doch leider nur die Hälfte geöffnet war.
Es war
trotzdem ganz nett und wir haben uns lange dort aufgehalten. Zuerst wurden
einem die Moas vorgestellt. Vögel wie man sie in der Urzeit vermutet, aber erst
vor 500 Jahren ausgerottet. Wodurch? Natürlich durch den Menschen. Jedoch nicht
wie man jetzt vermuten mag die Europäer, sondern durch die Maori. Diese kamen
auch erst vor 500 Jahren hier an. Davor gab es hier keine Landsäugetiere. So konnte
sich auch unter anderem der Kiwivogel, ein naher Verwandter der Moa,
entwickeln.
Deshalb
erkannte der Moa als die Maori kamen auch die Gefahr nicht und wurde eine
leichte Beute und somit auch schnell ausgerottet. Die Maori brannten auch
manchmal ganze Wälder nieder damit sie sich nicht mühsam dort durchschlagen
mussten. Verblüffend
In einem
weiteren Raum waren dann noch Gewänder und Möbel ausgestellt, in einem anderen
eine Straße mit Läden usw. von früher nachgestellt. Im letzten war dann noch
die Antarktis und die Expeditionen dorthin Thema.
Abends
genossen wir dann mal wieder den Pizzadienstag
Der letzte
Touripflichtpunkt musste dann Mittwoch erledigt werden: die Stadtführung.
Aber zuvor
haben wir es tatsächlich noch geschafft die Avon einmal mit'm Kajak hoch und
wieder runter zu schippern. Jedoch hab ich mich beim Umgang mit diesem
merkwürdigen Ruder ganz schön nass gemacht.
Mit nasser
Hose ging’s dann auf Stadtführung, die im Prinzip daraus bestand, dass wir zu
sehen und hören bekamen, was mal wo war. Ok ganz so schlimm war’s nicht, aber
manchmal kam es einem echt so vor. Sogar die Reste der Kathedrale haben wir
gesehen.
Danach
hatten wir noch einen Termin mit der Frau die uns unser WWOOF-Buch gebracht
hat, weil sie auch Backpackerautoversicherungen macht und ihre tatsächlich die
günstigste zu sein scheint.
Sie konnte
nicht zu uns kommen, also auf in den Bus. Auf der Rücktour hab ich mal
mitgezählt, 14 Stationen sind wir auf dem hinweg zu früh ausgestiegen. Mal
wieder Angst gehabt zu weit zu fahren und nirgends sieht man wo man ist. Keine
Namen an den Bushaltestellen, geschweige denn eine Netzkarte im Bus.
Naja
letztendlich kamen wir nach einer 40 Minuten Hetz/Hitzwanderung an.
Auf
Formularen ist es immer wieder lustig das Jailhouse(Gefängnis) als Wohnort anzugeben.
Ab jetzt sind wir also versichert und das heißt Autofahren!
Abends hab
ich dann für uns Vanille-Milchnudeln gemacht. Pauline hat es auch gegessen. Sie
verwundert mich immer wieder, indem sie Sachen isst, von denen ich nicht
vermutet hätte, dass sie sie mag.
So jetzt
sind wir in der Gegenwart fast angekommen. Heute waren wir nämlich im Adrenalin
Forest, einem Kletterpark. Den Vorschlag hierzu habe ich gemacht, mit der
Vermutung Pauline würde ablehnen. Falsch Gedacht. Also sind wir hingefahren,
immer schön auf der linken Straßenseite, und erfreulicherweise war außer den
beiden freundlichen Mitarbeitern keiner da. Es gab Parcours von 1(leicht) bis
6(sehr schwer). Anfangs wurde man kurz eingewiesen, wie man sich zu sichern
hat, denn immerhin war die höchste Stelle in Kurs 6 auf 23m. Dann ging’s los.
Kurs 1 war entspannt, was nicht heißt langweilig. Es gab Flying
Foxes(Seilbahnen), Netze, Drahtseile, was man so im Kletterpark findet. Ich bin
immer vorne weg und Pauline hinter her. Im Kurs 2 gab es Fässer, die in der
Luft durchquert werden mussten. Leider haben wir da unseren Fotoapparat nicht
mit hoch genommen gehabt, aber glaubt mir es sah echt lustig aus wie man da
halb drin halb zwischen hing. Vor Kurs 3 wurde uns gesagt, dass dieser wohl
recht gleichschwer, wie der 2te ist, aber der 4. Darum umso schlimmer. Aber
Pauline störte dies nicht und kam mit mir auf diesen harten Weg. Ich weiß nicht
wie oft ich gedacht habe „ohje jetzt steigt Pauline aus“, aber sie hat weiter
gemacht, so schwer es auch mit ihren 1,59cm war. Nach dem 4. Kurs war es schon
recht spät und wir recht kaputt, deshalb machten wir uns auf den Heimweg. Zuvor
betonte der Betreuer des Parks noch einmal, dass die wenigsten den 4. schaffen(außer
die Profis die nur den vierten, fünften und sechsten machen). Außerdem gab er
uns noch einen Wandertracktipp.
Morgen
ziehen wir aus, mal sehen was die Zukunft bringt,
bis dahin
alles Gute, Danke fürs Lesen
euer David
P.S. Pauline
erwartet, dass man sich bei ihr meldet, wenn man eine Karte von ihr bekommt



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