Die nächsten Tage liefen ähnlich erfolglos: entweder standen wir vor verschlossenen Türen oder wurden aufgrund eines fehlenden Ablaufdatums auf dem Führerschein abgewiesen. Besonders erfreulich, wenn die ganzen Gänge im Wahrsten Sinne des Wortes Gänge sind.
Nach einigen Tagen hatten wir jedoch uns eine Übersetzung des Führerscheins besorgt und die IRD(Steuernummer) beantragt.
Beim WWOOF sind wir jetzt auch angemeldet. Da wir dies nicht online machen wollten, luden wir uns eine Agentin dafür in unser Hostel ein. Diese gab uns gleich noch einige(sehr hilfreiche) Links, wo Autos inseriert sind. Außerdem verkauft sie auch Autoversicherungen und Späße wie Fallschirmspringen, Wildwassertouren usw..
Nun war noch die Sache mit dem Konto offen. Die Bank für die wir uns entschieden haben hatte ihr nächstes Büro in einer Mall, in der wir auch gleich einen Supermarkt entdeckt haben, der näher ist als der andere den wir gefunden haben. Als wir an der Reihe waren erzählten wir, was wir wollten und dann war alles kein Problem. Katharena, die freundliche Westpac Mitarbeiterin bemühte sich sehr, dass wir alles verstehen ohne alles 10 mal zu erzählen. Lobend erwähnte sie auch noch Davids Entwicklung, vom Foto auf dem Ausweis, zum Foto auf dem Reisepass, zum jetzigen Aussehen.
Nun fehlte nur noch das Auto. Verzweifelt überlegten wir auch schon ein uneingerichtetes 6000$ Auto zu nehmen, bis uns der grüne Zettel, der WWOOF-Agentin wieder ins Auge fiel. Schon auf dem ersten Link fanden sich einige sehr gute interessante Angebote. Wir machten mit 3en am Mittwoch ein Treffen aus. Dies beiinhaltete auch eine Testfahrt, worauf sich David besonders doll freute.
Das erste Auto, ein Nissan Campervan DX, stand in Sumner, einem an der Küste gelegenen Vorort Christchurchs. Da die Besitzerin ein kleines Baby hat, konnte sie nicht in die Stadt kommen. Kam David ganz recht, denn dort gab es breite Straßen und kein einziges Auto drauf.
Als der Bus dann endlich in Sumner ankam, fanden wir den Van schnell und kurz darauf kam die Frau mit ihrem Baby heraus und zeigte uns alles von vorne bis hinten. Er schien keine Macken zu haben, bisauf, dass die Tankanzeige zu früh leer anzeigt und ein Schlüssel nur noch an einem Schloss geht oder so. Mit Fachmännischem Blick(den wir uns Abends zuvor auf der ADAC Seite angelesen hatten)analysierten wir das Gefährt und konnten keine Nachteile finden.
Dann gings ans Eingemachte, bzw. David ans Steuer. Schwarze Wolken quollen aus dem Auspuff als er das schwere Gerät von seinem Standplatz bewegte. Nach 2 Zitterminuten für Pauline war er wieder zurück. Alles gar nicht so schlimm.
Weil so schönes Wetter war erkundeten wir auf die Empfehlung von Jen(der Autobesitzerin) den Sumner Strand. Dort fanden wir eine Muschel, die wir in unser Zukünftiges Auto hängen wollten. Aber es war noch nichts entschieden, es standen ja noch 2 aus.
Nachdem wir vom Strand den Bus in die Stadt gefunden hatten, stiegen wir im Zentrum aus und wollten endlich mal „etwas sehen“. Wir hatten von der Re:Start Mall gehört, erbaut aus Schiffscontainern, um nach dem Erdbeben wieder Schwung in die Stadt zu bringen. Danach wollten wir uns noch das wiedererbaute Zentrum, das CBD, ansehen, welches die rote Zone war, wo am meisten zerstört wurde. Doch eine Reihe großer Bauzäune hinderte uns daran, da das Zentrum anscheinend noch nicht fertig gestellt ist. Uns wurde erstmals das wahre Ausmaß des Erdbebens klar. Viele Flächen in der Innenstadt sind einfach frei, bzw. die halben oder ganzen leerstehenden Gebäude sind noch nicht abgerissen. Als nächstes sollten wir Besuch von Stephen und seinem Mitsubishi 4 wheel drive E1000 bekommen. Stephen, ein Schotte, der allerdings schon 4 Jahre down under lebt und nun zurück will, erklärte uns ein wenig zu viel über die Macken des Autos, was es für den zwar guten Preis doch recht schäbig erschien. Wahrscheinlich waren wir auch nur vom Ersten verwöhnt.
Der letzte Kandidat war nun ein Ford Ecovan aus dem Jahr 2002. Auch schon voll möbliert allerdings ohne jegliches Campingzubehör. Komplett beulen- und kratzerfrei, mit wumms unter der Haube, aber der teuerste von allen. Vom Besitzer, James, bekamen wir noch ein paar gute Reisetipps, mussten ihm leider schon halb absagen, weil in uns die Entscheidung eigentlich schon am Morgen gefallen war. Trotzdem versuchten wir nochmal uns genau über die Vor und Nachteile bewusst zu werden, was natürlich nichts änderte.
So gaben wir am nächsten Morgen Jen Bescheid, dass wir überein kommen.
Endlich haben wir es diesen Tag auch mal in den Botanischen Garten geschafft. Außerdem war mal wieder einkaufen an der Reihe.
Für den Freitag war das Treffen mit Jen geplant. Zuvor jedoch machten wir uns mal wieder auf dem Weg in die unzähligen Outdoorläden. Zu finden galt es eine zusammenklappbare Feuerschale, wie es sie von Relags bei Globetrotter gibt. Im ersten Geschäft schafften wir jedoch den Verkäufern nicht zu erklären, was wir wollten. Sie glaubten sogar wir wollen einen Feuerball(„fireball“, Feuerschale=“firebowl“) kaufen. Als dieses sprachliche Problem überwunden war, wussten sie jedoch immernoch nicht, was dies sein sollte. So sollten wir am Tresen ihnen den gesuchten Gegenstand im Internet suchen.
Als sie wussten um was es ging, fanden sie, dass so eine Feuerschale schon recht cool ist, sie jedoch nicht glauben, dass wir hier irgendwo fündig werden würden, druckten uns freundlicherweise trotzdem ein Bild mit englischsprachiger Produktbeschreibung aus und zeigten uns ein paar Baumärkte, die evtl. eine Feuerschale haben könnten. Wir wissen nicht in wie vielen Läden wir waren, aber wir fanden dort nur erstaunte Gesichter und den Rat es vllt. in dem und dem Laden zu versuchen, aus dem wir in der Regel grade kamen. Einen Baumarkt gibt es hier jedoch mit Feuerschalen-jedoch aus Gusseisen, also nicht Reisegeeignet.
Aber hey wir haben für David eine gute äußerst preisreduzierte Windundwetterjacke und für Pauline Wanderschuhe gekauft.
Im Hostel erwarteten wir dann Jen und ihr Baby, welches wir schon vom ersten Treffen kannten. Sie half uns den Formellen Kram zu erledigen. Den Schlüssel haben wir zwar noch nicht, aber offiziell ist es jetzt unser! :D :D
Ansonsten möchten wir nochmal sagen, dass es uns gut geht, wir nicht hungern müssen und uns noch nicht einmal Nudeln gemacht haben, aber trotzdem immer auf ein Essen einigen konnten. So langsam kommt das English sprechen sogar einigermaßen, wobei die Übersetzungsapp neben dem Währungsrechner doch am meisten genutzt wird.
Hier noch ein paar Fotos aus dem Jailhouse(es ist immer wieder lustig diese Adresse auf ein Formular zu schreiben)
Pauline und David




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