Donnerstag, 24. Januar 2013

David und Pauline machen blau


Na ihr Leser,
wie geht’s uns denn?? Uns geht’s doch echt gut. Nachdem wir euch letztes Mal mit Informationen versorgt haben, wurden wir am Mittwoch mit unserem ersten Gehalt versorgt. Zum Glück gab’s Mindestlohn: 8,5 € bzw. 13,5$ pro Stunde. Nur war ein wenig ärgerlich, dass wir die meisten Tage nicht voll arbeiten konnten.  Es hat nämlich für Otago Verhältnisse übermäßig viel geregnet.
Donnerstag hatten wir dann frei, da die Blaubeeren sich auch mal einen Tag lang nur sonnen möchten. Wir hätten an dem Tag Kirschen pflücken können wie wir später erfuhren. Aber das haben wir nicht und deshalb genossen wir es mal nicht im eiskalten Morgen aufzustehen. Dann wollten wir noch ein wenig einkaufen, wo die Cadbury Weihnachtsmänner neben den Osterhasen standen und haben dafür die Malaysierin Jaryee(Pharmazie) mitgenommen. Sie ist eine von den 4 Studenten. Mark(Medizin), auch Malaysier, war mit am Pond,der mit dem ich gesungen hab, Jeff(Zahnmedizin), ein langhaariger Malaysier, der auch ganz gut Gitarre spielt und Nusya die Biotechnologiestudentin. Sie haben auch alle mit uns immer Blaubeeren gepflückt.
Den Rest des Tages haben wir mit dem Aussuchen eines neuen Fotoapparates verbracht. Nebenbei haben wir dann nochmal Honigkuchen gebacken, der dank des guten Ofens auch echt gut wurde. Außerdem hatten wir noch Tortenboden, den wir dann mit Kirschen belegt und glasiert haben. Für das Abendessen wollte mir Pauline dann Brokkoli andrehen. Außerdem hat sie noch Blumenkohl und Möhren gekauft. Dazu haben wir uns Käsesauce von Maggi ausgesucht, weil dort genau diese Gemüse abgebildet waren. Zuletzt haben wir noch etwas von Cathys Gemüse bekommen. Übersetzt heißt es Silberperle und sieht aus wie Salat oder Kohl oder so und ist sehr gesund. Dies alles wurde mit Nudeln serviert.
Bis auf die Nudeln hört sich das alles nach Selbstgeißelung Paulines an, aber es hat uns beiden gut geschmeckt.
Den weiteren Abend haben wir dann noch eine ganze Weile mit den anderen Asiaten gestanden.
Da wäre Chen/Jen eine Taiwanerin, die viel lacht und sehr gut nachzuahmen ist, da sie, wie ihre Reisegefährting Yumiko, eine schüchterne Japanerin aus der Nähe von Tokyo, sehr viel oooooh und aaaaah sagt. Das klingt nicht nur im Duett von beiden zusammen lustig. Dann gibt’s da noch Leo auch aus Taiwan. Seine Freundin Olivia ist gerade für ein paar Tage zurück nach Taiwan, kommt aber bald wieder. Er ist hier weil er Taiwan so schlimm findet. Aber trotzdem bestehen die Taiwaner darauf, dass Taiwan nicht China ist, obwohl die Taiwanesische Regierung wohl von China kontrolliert wird. Außerdem ist noch Miran dabei, die sehr zurückhaltendend ist und aus Südkorea kommt. Sie wirkte immer sehr unfreundlich und ist Raucherin, was sie ein wenig unsympathisch gemacht hat, aber mittlerweile ist sie sogar meine Ukuleleschülerin. Als wir sie gefragt haben, wo sie her kommt sagte sie Korea. Sicherheitshalber hab ich dann nachgefragt, ob Nord oder Süd, was allgemeines Amüsement auslöste. Sie haben alle mit uns gemeinsam, dass sie Reisende sind und Work&Holiday machen.
Die Themen waren weit verstreut zwischen Arbeit, Reisen, Animes, Sprachen, Michael Schumacher, Autos(der Taiwaner hat mich gefragt, was ist in Deutschland wertvoller, VW oder Oldtimer)
Am nächsten Tag sollten wir wieder nicht arbeiten, sind aber Kirschenpflücken gegangen. Ja was sollen wir sagen, wir sind da einfach nicht für geboren, aber die anderen normalerweise Blaubeerpflücker taten sich ähnlich schwer. Aber immerhin wurden wir nicht weg geschickt und konnten 8 Stunden einstreichen. Abends sind wir dann früh ins Bett, waren dafür Samstagmorgen umso wacher.
Bei den Blaubeeren gibt es immer Reihen, mit ca 1m hohen Büschchen, an denen man meist jemandem gegenüber sitzt, der die andere Seite pflückt. Ich hatte an diesem Morgen ein Mädchen, dass irgendwie zu der Supervisorin gehört, aber über die wir noch nicht mehr wussten. Sie war sehr redselig, so erfuhr ich, dass sie 17 ist, die Supervisorin ihre Tante ist, sie aus Samoa kommen(und keine Maori sind wie wir gedacht haben), haben über Bauer sucht Frau und Supertalent geredet und über ihre 3 jährige Tochter und dass ihre Mutter gestorben ist letztes Jahr. Bei letzteren Fakten war ich ein wenig geschockt, dass sie es einfach so erzählt hat(ohne das ich gefragt hab)
Ansonsten, war der Sonntag Blaubeermäßig nicht so ertragreich, aber den Boss haben wir mal gesehen. Er fährt immer mit seinem roten Truck über sein Orchard und schaut, ob die Arbeiter auch schön arbeiten. Ab und zu mäht er sogar Rasen oder beschwert sich, dass er den ganzen Tag umherfahren muss. Übern Tag hab ich denn mal das Sauerteigbrotrezept übersetzt, weil ich schon gelegentlich nach ihm gefragt wurde.
Da wir noch viele Kartoffeln hatten, sollte es heute Kartoffeln mit Möhren gebraten und Käse darüber geschmolzen geben. Die Bratkartoffeln waren am Ende zwar etwas schwach bis gar nicht gebraten, aber der Käse war darüber geschmolzen. Die Möhren haben es nicht bis in die Pfanne geschafft und sind gleich auf dem Teller gelandet. Nichtsdestotrotz deliziös.
 Satt waren wir danach auch. Auf einmal kam aber einer der Tschechen(ja Tschechen haben wir hier auch, aber eigentlich keinen Kontakt zu ihnen) in die Küche zu uns und meinte wir können nach draußen zum BBQ kommen. Das taten wir denn auch. Der Boss und ein paar andere haben einen ausgegeben. So war dann doch noch ein wenig Schafsteak drin. Wir saßen am Tisch mit einem Tschechen und einem Kiwi der hier immer mit dem Quadbike umherfährt. Zuerst haben wir versucht mal ein wenig mit dem Tschechen zu reden, der sich aber ein wenig Klischeemäßig verhalten und nur was davon erzählt hat das Deutschland die Kurve ist. Freundlicher war da der Neuseeländer. Wir wissen jetzt, dass er auch nur ein einfacher Angestellter ist, wie wir und nicht (viel) mehr bekommt. Er ist auch nur zur Saison hier und sonst schneidet er Schafe auf. Er hat uns sogar sein Messer gezeigt, was doch recht klein war. Die Arbeit an sich ist nicht so schön und recht hart(nach der Arbeit ist er wohl voll Blut und total verschwitzt), aber er verdient gut und kann das überall in Neuseeland machen, damit er nicht ständig an einem Ort bleiben muss. Denn haben wir noch übers Autofahren geredet und ihn aufgeklärt, dass Benzin in Deutschland teurer ist und es tatsächlich Autobahnen ohne Geschwindigkeitsbegrenzung gibt. Es war denn an sich doch noch ein netter Abend und ich habe zum ersten mal neuseeländischs Bier probiert.
Ab Montag wollten wir uns nun besonders ins Zeug legen, da die neue Woche beginnt und mein Pflückrate über den Mindestlohn kommen sollte. Es hat sogar recht gut geklappt. Jedoch um 2pm war dann erstmal Schluss, weil die Blaubeeren zu warm wurden. Um 7 ging es dann weiter und ich konnte meine Geschwindigkeit halten. Da die Malaysier am nächsten Tag abreisen, waren wir noch in ihrem Zimmer und ich hab das erste Mal mit Jeff Gitarre gespielt. Hätte ich mal früher machen sollen.
Da wie gesagt ja mal wieder keine Arbeit war ging‘s Dienstag nach Alexandra einkaufen. Einmal normal und dann noch zum Warehouse und gucken ob eure Post schon da ist(leider nicht). Außerdem haben wir mal wieder  Pizza gegessen und in einem Gewürzladen billig Brotgewürz gekauft. Dann mussten wir auch schon wieder los durch die wunderschöne Landschaft Central Otagos, die wir auch von unserem Blaubeerorchard erleben dürfen, weil wir uns noch von den Malaysiern verabschieden wollten. 
Ich hab Jeff dann kurz noch die Geschichte mit der Tonika Subdominante Dominate(nur Musiker brauchen das verstehen) erklärt, was seine Sicht auf die Welt vollkommen verändert hat(er war sehr aus dem Häuschen) und nach einem gemeinsamen Foto sind die 4 dann zurück nach Dunedin, wo wir sie vllt mal besuchen.

Für den Abend haben wir ein wenig Zeug eingekauft gehabt, was die Japanerin Zubereiten wollte für uns. Es gab Hayashirice, japanisches Curry und Tirashizushi und mir hat eines besser als das andere geschmeckt, Pauline mochte nur das Curry nicht. Dann ist uns eingefallen, dass wir ja noch Essstäbchen(chop sticks) im Van haben und anscheinend bin ich ein Naturtalent darin sie zu benutzen. Nicht so gut hat geklappt, Taiwanern, Chinesen oder  Japanern das rrrrrr beizubringen. Recht erstaunlich ist auch, dass sie anscheinend mit unseren Umlauten nicht klar kommen. Auf jeden Fall sind Asiaten einfach klasse.

Gestern konnte ich das Tempo von Montag, auch durch Paulines Unterschtützung erhalten(wir tricksen da jetzt ein wenig rum) und der Tag verging ebenso schnell. Da die ganzen Schüler jetzt nicht mehr Blaubeeren pflücken sind ganz viele Chinesen dazu gekommen. 
Heute hats geregnet-also keine Blaubeeren. Bei den Kirschen wollen sie uns heut auch nicht, deshalb machen wir blau
bis denn
euer David

Sonntag, 20. Januar 2013

Soll der Bärtiger gezähmt werden?

Anlässlich einiger Anfragen bezüglich meines Bartes, den ich ehrlich gesagt aus Faulheit nicht beschnitten hab, wollen wir jetzt das blogger Umfragegadget ausprobieren. Ihr habt nun bis zum 27.01 Zeit eure Stimme abzugeben. Dann wollen wir mal sehen was bei rauskommt.

P.S. Die Wahlmöglichkeit Oberlippenbart hat Pauline schon im Vorhinein disqualifiziert

Mal eine Hinzufügung, da wir grad beim Thema sind: aufgrund des Bartes werde ich gelegentlich ernsthaft gefragt ob ich Amisch bin oder Jude. Ma sieht es mal wieder: nicht Kleider machen Leute,Bärte machen Leute

Dienstag, 15. Januar 2013

Die Kapitäne der Blaubären

Zusammenfassung: Curling ist cool, Central Otago heiß, aber schön und Fruchtpflücken, bisauf die unregelmäßigen Arbeitszeiten nett. Am 13. Jamuar haben wir dann auch nochmal Weihnachten gehabt, weil unsere Weihnachtspost angekommen ist.

Am nächsten Morgen sollte es wegen der 150 Jahrfeier noch eine Parade geben. Doch nachdem wir ausgecheckt hatten, war es sehr still in Ranfurly und es schien nix los zu sein. So beschlossen wir gleich nach Naseby zu fahren und uns vielleicht noch den Ort anzusehen. Dort waren einige Straßen gesperrt und wir fanden heraus, dass die Parade hier stattfinden sollte und nicht in Ranfurly, weil vor 150 Jahren Naseby das Zentrum im Umland war, bis die Zuglinie gebaut wurde, die durch Ranfurly verlief. Doch zu viel Zeit hatten wir auch nicht, da wir ja um 12 einen Termin zum curlen hatten. So fuhren wir ein wenig früher hin, was auch gut war, weil unsere online-Buchung scheinbar nicht angekommen war. Zum Glück war noch eine Bahn frei. Dann schauten wir eine Einführungs-DVD und wurden noch kurz ein wenig trainiert. Nun ging's auch schon richtig los und wir spielten eher darum die meisten Steine ins Abseits zu befördern. Nach der 4. Runde stand es unentschieden. In der letzten Runde konnte David dann noch 2 Steine in die Mitte schlittern und gewann damit 2:4. David hat es auf jeden Fall extrem viel Spaß gemacht. Aber es war tatsächlich ganz witzig, ein bisschen wie bowlen nur kälter. Gezählt werden alle Steine die auf den Kreisen liegen. Wenn beide Parteien Steine darauf liegen haben, werden die Steine desjenigen gezählt, der dichter an der Mitte liegt. Der Andere geht immer leer aus. Nachdem wir fertig waren, schloss die Halle, um, wie wir kurz darauf herausfanden, bei der Parade mitzufahren. Curling ist nämlich in dieser Region seit Generationen verbreitet. Das Ende der Parade haben wir also dann auch mitbekommen.

Danach setzten wir uns noch mit auf den Festplatz in den Schatten, wo aber nicht viel los war, außer viele Menschen mit leckrem Essen, sodass wir uns schließlich auch zwei Hotdogs am Stiel und einer Pommes ergaben. Als wir uns dann endlich aufrafften unseren Stadtrundgang zu machen, bogen wir auch gleich wieder in einen Kiosk ab, um Eis zu kaufen. Es war furchtbar warm, um die 33°C wie wir später erfuhren. Wir machten aber brav unseren Rundgang, während wir teilweise schon am Asphalt kleben blieben, der sich bei der Hitze anfing aufzulösen. Danach fuhren wir noch zum Hamilton Friedhof, einem alten Goldgräber Friedhof. Dann wollten noch nach St. Bathans, einer weiteren alten Goldgräberstadt. Fuhren aber gleich weiter zum Camp Ground und versuchten so gut es geht nichts zu machen, um nicht komplett zu zerfließen. Doch es wurde nur langsam kühler und selbst als es dunkel war, kam man noch ins schwitzen.

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Am darauffolgenden Tag sollte es auch warm werden, aber nicht ganz so doll. Zuerst fuhren wir nach St Bathans zum Blue Lake. Der war früher mal ein Hügel bevor dort Gold gefunden wurden. Dann wurde er zur Ebene abgetragen und dann auch zum Loch, das sich dann mit Wasser füllte und zum Blue Lake wurde.

Danach schauten wir uns noch die alten Gebäude an, die Post, das Gold Office, das Hotel, die Schule, eine katholische Kirche und die Schulruine, die einem Erdbeben zum Opfer fiel. Dann fuhren wir eine Strecke, die ausgeschildert war, da hier viele alte Gebäude stehen, zur Ebene von Rohan oder eher zu der Gegend, die für die Ebene von Rohan im Film herhielt. Wirklich sehr schön anzusehen, sehr herrderringig. Danach fuhren wir über Gravel und mit Aussicht nach Alexandra.

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Am nächsten Tag wollten wir erstmal zur Arbeitsvermittlungsagentur für saisonale Jobs, um uns registrieren zu lassen und danach ein bisschen wandern. Wir gingen hinein, warteten bis wir zum Tisch gerufen wurden, füllten eine Tabelle aus. Dann wurden wir gefragt wann wir anfangen können und was wir machen wollen. Beides war uns egal und so bekamen wir prompt einen Job in Roxburgh zum Cherry Picking.

 Eine halbe Stunde später bekamen wir einen Arbeitsvertrag in die Hand gedrückt und nach einer weiteren halben Stunde machten wir uns fertig, um Kirschen zu pflücken. Wir wurden kurz eingewiesen welche Farbe die beste und welche Größe in Ordnung sind(Color Picking Export quality), bekamen ein Dingsbums, was man sich umschnallen kann, wo man den Eimer ranhängt und eine Leiter und bekamen dann eine Reihe zugewiesen. Und los ging's. 4 Stunden Arbeit ergaben 4 bzw. 5 Eimer Kirschen. Leider hätten wir mindestens das doppelte in der Zeit schaffen müssen. Vielleicht gucken wir einfach zu sehr auf richtige Farbe und Form. Vielleicht können wir's auch einfach nicht. Wir werden es wohl daran merken, ob wir bleiben dürfen oder nicht.
Am nächsten Tag sollte es um 7 Uhr losgehen. Kurz vor 7 kam dann die Nachricht, dass es frühestens um 8 losgeht, da die Kirschen zu nass wären und sie jetzt einen Helikopter holen. Wir legten uns noch bisschen hin. Um 8 warteten wir dann auf neue Ansagen und guckten mit den anderen dem Helikopter zu, wie er immer im Kreis über die Kirschen flog bis es dann eine halbe Stunde später los ging.
9 bzw. 12 Kirscheimer weiter wurden wir zu den Blueberrys geschickt, weil wir einfach nicht schnell genug waren. Völlig abgehetzt - zuvor sollte ich nämlich nochmal versuchen schneller zu werden und dann die Reihe fertig zu machen und dann die Eimer zu der Aufseherin bringen, die mich dann für die Qualität lobte, aber weiterschickte - kam ich dort an. Dort war gerade Pause, es lief laut Musik und die Vorsteherinnen waren sehr ruhig und entspannt und die anderen Mädchen erklärten mir, dass sie auch alle zu langsam gewesen seien und gleich am ersten Tag weggeschickt wurden. Dann wurde ich kurz eingewiesen und los ging's. Da die Blueberrys erst um 11.angefangen hatten, arbeiteten wir auch bis halb 10 abends. Aber das war okay, wir hatten das Gefühl was ausgleichen zu müssen. Außerdem ist die Arbeit echt gut. Fast wie Büro nur mit einem viel tolleren Umfeld, man sitzt auf seinem Trolley oder zwischen den Büschen und pickt, pickt, pickt. Gerade schnell sind wir auch nicht, aber wir hoffen wir können uns verbessern bevor wir rausgeschmissen werden.
Normalerweise fangen die Blueberry-Picker eine Stunde später an als die Cherry-Leute, also um 8. Auch an diesem Tag hingen wir ein bisschen zurück, aber wir wurden immer für unser gutes Picking gelobt. Kurz nach der Mittagspause kam ein kleiner Husch und die Arbeit wurde beendet. Feuchte Früchte werden nicht gepflückt. Das war zwar bisschen ärgerlich aber so konnten wir uns vom anstrengenden vorherigen Tag ausruhen.
Am folgenden Tag, es hatte viel geregnet, fingen wir erst um 1 an. Davor fuhren wir noch nach Roxburgh, um ein bisschen einzukaufen und machten Nudeln mit Ei, weil wir dachten, wir würden auch lange arbeiten, wenn wir so spät beginnen. Doch um 7 war wieder Feierabend. Inzwischen hatten wir uns zumindest an den Mindestlohn rangearbeitet. Bei den Blueberrys wird man nach Schalen bezahlt. 4$ pro Schale heißt, dass wir 3 bis 4 pro Stunde pflücken müssen. Und trotzdem wird unsere Qualität immer noch sehr gelobt. Das Leben auf dem Orchard ist trotz minimierter Arbeitszeiten doch anstrengend, aber auch schön. Die anderen Leute sind alle super nett und die Arbeitgeber doch stets bemüht, dass es allen gut geht.

Am Freitag mussten wir dann schon um 7.30 anfangen, hörten überraschenderweise aber schon um 11 auf mit der Ansage, dass am nächsten Tag nur Cherrypicking ist. Mist. Die anderen waren aber schon wieder dabei Pläne für die viele freie Zeit zu schmieden und beschlossen zum See zu fahren und BBQ zu machen. Wir wollten später Nachkommen und vorher noch nach Roxburgh, um etwas fürs BBQ zu kaufen. Danach verfuhren wir uns noch und landeten statt am See am Roxburgh Dam, der Grade Wasser ließ und bei dem wunderbarem Wetter tolle Regenbogen machte. Doch schließlich fanden wir sie noch und wurden zunächst selbst gegrillt, bevor gegen 6 einer der Deutschen den Grill anmachte. Insgesamt waren wir 7 Deutsche, 2 Franzosen, 2 Argentinier, 1 Malaysier und eine Neuseeländerin, doch es klappte ganz gut auf englisch zu bleiben. Zum Feuer spielte David dann noch Gitarre und die anderen sangen, ob deutsch, englisch oder spanisch aus Davids Liederbuch, so wurden auch deutsche Schlager mit einem frischen Französisch/kiwianischem Akzent versehen. Erst hat sich David zwar ein wenig bitten lassen, aber nachher saß er musikmachenderweise doch eine Weile mit dem Malaysier zusammen, der super singen konnte. Nachdem alle ihre Köstlichkeiten gegrillt und gegessen hatten, spielten die einen noch Fußball, während die anderen sich am Feuer wärmten. Einen Kulturschock gab es dann auch noch, als die Kiwidame nieste. Der höfliche deutsche sagt dann natürlich Gesundheit. Übersetzt wird das mit bless you, oder auch god bless you, was eigentlich Gott segne dich heißt. Jedoch ist der Kiwi eher heidnisch veranlagt, so dass auf das Niesen bezogene "god bless you" die Antwort "god bless you too my friend" kam. Vielleicht ein wenig Situationskomik, aber doch erwähnenswert. Danach spielten wir noch ein paar Runden Mafia/Nacht in Palermo, was alle Nationalitäten irgendwie kannten nur in verschiedenen Versionen und unter verschiedenen Namen. Ok ich kannte es nicht, hab's aber dann bis zur letzten Runde doch noch verstanden und hab sogar als thief/murderer gewonnen hähä :D Es fühlte sich alles so ein bisschen nach Ferienlager an, bzw wie es unser Visum schon sagt: Working holiday

Danach war es schon ziemlich spät und kalt und so ging's zurück zum Orchard. Wir haben noch unser Brot gebacken, im letzten Winkel Neuseelands haben wir tatsächlich einen Ofen gefunden der Umluft und sogar Licht hat. Deswegen wird das Brot zurzeit immer richtig gut und wir konnten uns ja zeit lassen, da wir wie zu erwarten nicht fürs Cherry Picking eingetragen waren.
So konnten wir am nächsten Tag ausschlafen. Richtig toll mal nicht im bitterkalten aufstehen zu müssen. Dann machten wir unsere Wäsche und haben Kollege Jonas' Brot gebacken, ein Deutscher, der mit einem Franzosen unterwegs ist, die aber beide arbeiten mussten. Dann räumten wir unseren van auf, da wir noch nach Dunedin fahren wollten, um endlich unsere Weihnachtspost zu holen. Als wir fragten, ob noch jemand was aus Dunedin braucht, entschied sich Baily,eine Neuseeländerin, mit uns zu kommen, um ihre Familie zu besuchen. Außerdem sollten wir noch ein Handtuch mitbringen für eine Frau, die wir vorher noch nie gesehen hatten, aber gut. Als wir losgefahren waren, stellten wir fest, dass es die Adresse, die wir durch ein Telefonat mit dem deutschen Verlobten der Frau hatten, nicht gab. Baily fragte daraufhin alle ihre Freunde, wo das sein könnte und mit einigen Buchstabenverdrehungen und der Führung ihres Freundes Sam gelangten wir tatsächlich an das vergessene Handtuch. Wir hatten Beverly verstanden, gemeint war aber Waverly. Mal sehen ob wir auch die Frau wiederfinden. Dann fuhren wir tanken und
einkaufen und dann nach Portobello zu unserer Post. Nachdem wie das Päckchen und die Briefe in Empfang genommen hatten, stürmten wir zum Auto und zelebrierten ein zweites Weihnachten mit richten Geschenken. Das war so schön und wir haben uns sehr, sehr, sehr gefreut. Dankeschön!

Danach wollten wir noch zur Bibliothek und endlich mal wieder was von uns hören lassen, aber es war ja Samstag und so war diese schon zu. So wollten wir nur noch schnell Baily abholen und zurück. Die erklärte uns dann aber, dass sie in Dunedin bleibt, weil es morgen regnen soll und es dann wahrscheinlich auch keine Arbeit gibt. So fuhren wir zu zweit wieder zurück.
Als wir zurück waren gab's ne Überraschung denn statt gar keine Arbeit sollte es morgen schon um 7 losgehen. Buu.
Als am nächsten morgen der Wecker klingelte, hatte es aber bereits angefangen zu regnen und sogar zu donnern. Gefühlt regnet es mehr seid wir hier sind, als es insgesamt während unserer ganzen Reise zuvor geregnet hat. So drehten wir uns nochmal um und ich ging später nochmal gucken, wann es losgehen sollte. "No work this Morning" und so ging ich wieder schlafen. Gegen 10 krochen wir dann erneut aus unserem Van, um 1 sollte es mit den Blaubeeren losgehen. Wir machten uns noch Milchreis und denn gings wieder los. Der Tag lief leider nicht so gut, die Büsche waren irgendwie noch nicht gut, zwar alle pralle voll aber jede Beere immer noch ein bisschen rosa. So waren wir extrem langsam, aber ein paar andere zum Glück auch wie zB. Die Frau für der wir das Handtuch mitgebracht haben. Sie scheint aber doch sehr tüdelig. So fiel sie einmal fast in Zeitlupe rückwärts von ihrem Trolley, was die Vorarbeiterin, die normalerweise ein seehr ruhiges Gemüt ist, so zum lachen brachte, dass sie sich zwischen die Büsche setzen musste. Und später fiel ihr noch eine ganze Schale Blaubeeren einfach vom Trolley, obwohl die normalerweise in der Kiste stehen. War wohl auch nicht so ihr Tag. Um 7 war zum Glück Schluss und es ging nach Hause.

Heute wollten wir eigentlich diesen Eintrag endlich mal hochladen und Brot war auch wieder dran, denn morgens hieß es mal wieder: blueberries are too wet, no work.
Als wir dann 11:25Uhr das Brot gerade angerührt hatten und mit dem Mittagessen beginnen wollten hie es 11:30Uhr arbeiten. Man ist hier sehr spontan. Nun sind wir kaputt, aber freuen uns euch mal wieder ein Lebenszeichen gesendet zu haben.

Insgesamt macht uns Blaubeeren pflücken sehr viel Spaß und nun wissen wir auch ein wenig mehr wo die Kirschen im Supermarkt herkommen. Aber wir brauchen keine kaufen, denn wir kriegen genug aussortierte hingestellt. Das wir aussortiert werden bezweifeln wir mittlerweile, weil wir, wenn wir auch nicht die schnellsten sind(aber wir werden besser), für unsere Qualität gelobt werden und die Eimer eigentlich immer zu voll machen und deshalb beim wiegen immer noch ein wenig wiederbekommen(1 Eimer= 1kg). Das wurde heute auch noch einmal erwähnt. So haben wir das Wort generous gelernt.

Freitag, 4. Januar 2013

On the road again

Am Donnerstag wollten wir also auschecken und los aus Portobello Richtung Alexandra.Wir schossen noch ein paar Fotos und dann fuhren wir ab. Bevor wir Dunedin ganz verließen, hatten wir noch einiges auf dem Zettel: nach der Post wollten wir fragen bzw. klären wie es damit weiter geht, gucken ob die Werkstatt auf hat, in den Kameraladen wegen der Kamera,die plötzlich doch wieder Lebenszeichen von sich gab, zur Bank weil David sein Passwort verfallen lassen hat und einkaufen. Die Post war nicht da. Bis jetzt sind nur die Karte von Davids Mama und die von Lisa aus Australien da. Wir kriegen jetzt Bescheid, wenn was ankommt und fahren irgendwann nochmal vorbei. Einige unserer Karten sind auch noch nicht da, während einige schon seit Wochen da sind.
Dann wollten wir bei der Werkstatt vorbei gucken die doch tatsächlich auf war. Wir lugten hinein und wurden erstmal für eine ganze Weile ignoriert. Ich überlegte ernsthaft einfach wieder rauszugehen, nachdem wir ein paar Minuten dumm in der Werkstatt standen. Das war aber keineswegs böse gemeint, der Mechaniker war einfach ne Labertasche. Nachdem wir unseren Van vorgefahren hatten, sagte er, dass wir in ner halben Stunde wiederkommen sollen. Als wir dann wiederkamen sagte er uns, dass wir für's WOF vorne was an der Lenkung machen müssen, wäre aber kein Ding und hinten sei was mir der Bremse nicht in Ordnung, aber er kann noch nicht sagen, was da fehlt, er benötige nochmal Zeit. Nachdem diese rum war tigerten wir erneut zur Werkstatt. Er hatte das Problem gefunden, aber die Reparatur würde 100$ kosten insgesamt mit der anderen Sache und Warrant of Fitness 200$. Uff. Aber hilft ja nix. Nach einer weiteren Stunde nahmen wir dann also unseren geheilten Van wieder in Empfang. Immerhin ist jetzt alles wieder schick, ist sicher auch gut beim verkaufen und als er dann noch 20$ weniger verlangte und uns erklärte, dass wir auch Benzin sparen, da wir nun wieder ungebremst fahren, waren wir wieder glücklich. Da wir eigentlich nicht damit gerechnet hatten heute WOF zu machen, beschlossen wir auch heute gleich die Verlängerung der Lizenz abzuwickeln, die braucht man um legal auf den Straßen zu fahren und ist wie eine Vignette oder Maut. Aber vorher gingen wir noch zur Bank, bekamen ein neues Passwort und zum Kameraladen, die uns nicht mit unserer casio helfen konnten, da es die hier nicht gibt. Also beschlossen wir sie nach Lüblow zu schicken, um ihre Garantie nicht verfallen zu lassen. Dann guckten wir noch ein bisschen in die Läden bevor wir zur AA fuhren. Die Dame am Schalter sagte uns aber, dass wir ohne Adresse, das nicht sofort bekommen. Also fuhren wir zur Post, um die Unterlagen zur Poste Restante Adresse in Alexandra zu schicken und bekamen nachdem wir wieder viele Dollar locker machen mussten, überraschend doch den Zettel für die Windschutzscheibe in die Hand gedrückt. Somit ist automäßig für den Rest unseres Aufenthaltes ausgesorgt. Dann ging's noch einkaufen, tanken und Luftentfeuchter für unseren Van kaufen.
 Da es schon sehr spät war fuhren wir nur noch nach Middlemarch, einen Ort in der Nähe Dunedins. Der Campingplatz dort hatte einen Eisenbahnwagon als Küche(das rote in der Collage unten), weil sich eine Zuglinie durch Otago zog, die heute in Middlemarch endet. Der Rest der ehemaligen Bahnstrecke ist heute (Rad)Wanderweg.

Am nächsten Tag wollten wir curlen in Naseby, doch das hätte spätestens 24 Stunden vorher gebucht werden müssen. Somit buchten wir für Samstag und gucken uns um, was es in der Umgebung noch so gibt. So unternahmen wir eine Wanderung zum einzigen Salzwassersee Neuseelands, der an seiner tiefsten Stelle 30cm tief ist, manchmal aber auch ganz ausgetrocknet ist. Da es am letzten Tag viel geregnet hatte, waren wir zuversichtlich ihn anzutreffen, blieben aber manchmal ratlos an ein paar Pfützen am Wegesrand stehen. Aber auch der Weg war recht lohnenswert mit Steingebilden, die aus der Erde ragten und sehr an Herr der Ringe erinnerten. Danach fuhren wir noch über die suspension bridge zu den standing stone sheep yards und vorbei am smooth cone. Und dann ging's nochmal zum camp ground, da wir unsere Kühltasche im Kühlschrank stehen lassen haben. Unseren heutigen Weg beendeten wir in Ranfurly, wo wir in die 150 years gold - Feierlichkeiten platzten und uns dann einen Übernachtungsplatz suchten.
Einige haben uns geschrieben, dass sie es nicht geschafft haben uns etwas per Post nach Portobello zu schicken. Für die, die noch ein schlechtes Gewissen haben, haben wir eine weitere Adresse. Bitte schickt aber nichts später ab als den 20.01.13. Die Post erreicht uns möglicherweise dann eher als unsere eigentliche Weihnachtspost.

Pauline Friel/David Schmiede
Poste Restante
66 Tarbet Street
Alexandra 9320
Neuseeland (und!) New Zealand


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Mittwoch, 2. Januar 2013

weniger ist mehr

Zusammenfassung:

27.12: einkaufen
28.12: Natur pur: Tunnel beach, Sandymount, Albatros center, Sandfly bay; alles sehr schön und schön windig, mal wieder Pinguine
29.12: Chinesischer Garten, Glenfalloch Garten, Lanarch Castle; alles recht schick aber auch teuer; Küchenspaß
30.12: Cadburyworld(Schokladenfabrik) schmackhaft; Settlersmuseum groß modern kostenlos, aber hat auch unsehenswerte Ecken.
31.12: Otago Museum: groß, sehr verschiedene Sachen,kostenlos, interessant, aber bisschen viel; Silvester: Knall bumm
01+02.01 Küchenspäße

Hallo Freunde
Nachdem wir unseren Weihnachtsschlaf beendet hatten und unseren Van aus der Grube, die er in den Campingplatzboden gestanden hat, in die Stadt buxiert hatten, wollten wir nun mal die Stadt auf eigene Faust erkunden. Als wir einen Parkplatz gefunden hatten gingen wir Richtung Oktagon, dem Achteck, das das Stadtzentrum bildet. So weit kamen wir jedoch erstmal gar nicht, da wir einen Fotoladen sahen und ich noch ein Kabel für meinen Fotoapparat brauche um ihn evtl. doch noch hier zu retten. Nun folgte ein ähnliches Szenario, wie bei der Feuerschale: wir wurden von Laden zu Laden geschickt und außer einer Badewanne voll Mitleid hatten wir am Ende nichts. So gibt’s vorerst weiterhin nur Niedrigqualitätfotos für euch(ganz ehrlich auf diesen Fotos kommt das ganze Ausmaß der Pracht Neuseeländischer Landschaft nicht rüber).
Im Oktagon angekommen haben wir erstmal den letzten Blogeintrag fertig gestellt. Dann sind wir in die Kirche, die während der Führung zu war. Wir kamen genau zum Ende des Orgelkonzerts, welches extra für die Cruise ship(Kreuzfahrtschiff) Touristen stattfand. Die Orgel der Kirche war wirklich mal was Anderes als die, die man sonst sieht.
 Nun wollten wir wie uns bei der Stadtführung empfohlen wurde das Theater von innen ansehen. Dies war nicht das einzige Mal an diesem Tag, wo wir vor verschlossenen Türen standen. Dies liegt an der Weihnachts/Neujahreszeit, in der das Land wohl kollektiv Bäumchen wechsel dich spielt und die Neuseeländer an einen anderen Ort im Land sind. Ganze Betriebe machen hier in der Zeit zu. Ein Beispiel welches uns betrifft, ist Cadbury World. Cadbury ist hier was bei uns Milka ist und produziert in Dunedin. Wir wollten eine große(inklusive Produktion) Führung machen, was aber nicht möglich ist bis zum 7. Januar, da 24-26. Weihnachten ist, danach Donnerstag und Freitag dann gleich mit frei ist. Die Woche danach sieht es ähnlich aus, da der 2. Januar auch gesetzlich frei ist.
Auch deshalb wird das mit unserer Warrant of Fitness (TÜV) hier nichts.
Jedenfalls wollten wir dann weiter Richtung Uni Gelände. Der Weg dorthin führte uns durch die Einkaufsstraße, wo wir dann letztendlich auch hängen blieben. Für Pauline gab es neue Schuhe, da einer beim Schuhwechsel mal aus dem Auto gefallen sein muss und ich hab mich ein wenig im Regal der Merino Produkte bedient. Merino ist Wolle, die auch wenn sie nass ist warm hält.
Danach ging’s dann gleich noch in den Supermarkt, weil wir uns auf die Cadbury world Führung vorbereiten wollten, heißt Schokolade kaufen. Als wir dann vor dem Schokoladenregal standen und uns die Vielfältigkeit der Cadbury Produktpalette zu erschlagen drohte, sprach uns ein Mann an und sagte uns die Whittaker Schokolade sei besser. Deshalb beschlossen wir die Standard Schokoladen der beiden Anbieter zu testen:
Preis: Cadbury ist billiger, aber auch ein bisschen weniger drin.
Verpackung: Whittakers sieht einfach edler stilvoller und seriöser aus.
Fairtrade: sind beide
Nährwert: Cadbury hat mehr Zucker, aber Whittakers mehr Fett
Geschmack: Pauline findet Cadbury besser, weil sie süßlicher ist, ich mag lieber den Geschmack von Whittakers, weil diese doch mehr schokoladig schmeckt
Wiederverschließbarkeit: bei beiden gut
Geschmack nach ein paar Tagen: immernoch eins a
So kam es dann zu einem Unentschieden.

Der nächste Tag sollte uns nun in die Natur führen. Hier in der Umgebung sind nämlich einige Ziele unseres superduper Nz Frenzy Reiseführers.
Zuerst sind wir dann nach Tunnel Beach gefahren, wo ein Herr Cargill(war wohl ein politischer Anführer mal, man liest den Namen hier oft) einen Tunnel durch Sandstein bauen ließ, damit seine Tochter an den Strand konnte. Dafür ist der Strand eigentlich bekannt, deshalb waren wir aber nicht unbedingt da. Viel beeindruckender dort waren die Sandsteinfelsen und die Wellen die an der Küste brandeten. Deshalb saßen wir dort auch eine Weile und haben Wellen beobachtet, wie sie durch die Landbrücke, gegeneinander, oder einfach gegen einen Felsen brausten.
Dann fuhren wir wieder ein Stück zurück auf die Otago Peninsula zum Sandfly Bay, wo wir aber Abends sowieso noch einmal Pinguine gucken wollten und deshalb gleich ein Stück weiter zum Sandymount gefahren sind. Sandymount ist wie der Name schon sagt ein Berg aus Sand, genauer gesagt feiner Sandstrand. Deshalb ließ es sich auch recht schlecht dort hoch gehen. Aber für uns war er nur das Ende des Rundweges, der die Selbstmordklippe der Verliebten(lovers leap) und den Abgrund(chasm) beeinhaltete. Das war ein wirklich netter kleiner Rundweg und meine Güte die Schluchten waren echt ganz schön heftig. Nicht umsonst haben sie da Aussichtsplattformen hin gebaut. Vor allem bei dem Wind waren sie schon recht praktisch an dem Tag.
Als wir ein wenig geschafft vom Sandymount wieder am Parkplatz waren, fuhren wir weiter zum Royal Albatross Center, welches ein ultratouriziel darstellte. Das Center sollte kostenlos sein, im Gegensatz zum Besuch der Kolonie, welcher sehr teuer sein sollte. Außerdem sollte es dort eine blue penguin colony geben, wie in Oamaru nur kostenlos.
Als wir ankamen, war wirklich viel los, vor allem Menschen, aber auch Massen an Möwen. Ich habe mich auch gefragt, was ist so toll an einem Albatros und vor allem wo der Unterschied ist zu den Möwen, aber als dann einer vor unseren Augen durch die Luft glitt, wusste ich es. Während die Möwen sich einen Abzappelten mit ihren Flügeln, haben wir den Albatros nicht einen Flügelschlag machen sehen. Ziemlich faszinierende Wesen. Was nicht so faszinierend war, war dass das Albatrosscenter etwas kostete und die Pinguinkolonie auch. Aber so ist das eben mit Touristenzielen. Gefühlt trifft man auch, je teurer eine Sehenswürdigkeit ist, umso mehr Touristen. Von diesem Phänomen habe ich auch schon im NzFrenzy(hab ich schon erwähnt, dass der die besten Ziele kennt, wo man meist fast allein ist) gelesen. 
 Da wir sowieso ein wenig in Eile waren, weil wir ja noch Gelbaugenpinguine gucken wollten, sahen wir uns noch die Kolonie schwarzer shags(ein Vogel, den es hier in verschiedenen Variationen gibt(auch shag point ist danach benannt)) an und beobachteten den einen oder anderen Albatros der vorüber flog.
Mit einem Klostop am Campingplatz ging’s dann nach Sandfly Bay. Sandfly Bay ist nicht nach diesen lieblichen kleinen Mistviechern benannt, die einen stechen, ohne dass man sie hört, wir werden spätestens in Fiordland noch über sie schreiben, sondern weil dort Sand umher fliegt.
Vom Parkplatz geht’s zu einer Aussichtsplattform, wo sich wie so oft in Neuseeland ein wunderschöner Anblick bot. Keine Angst wir sind immer wieder begeistert, daran kann man sich nicht übergucken. Nur Urwald haben wir mittlerweile eigentlich genug gehabt und auch wenn wir keine Fotos von Farnbäumen mehr hochladen sehen wir sie noch oft genug.
Die Plattform war auf einem Hügel oder einer recht hohen Düne gelegen, die es nun zum Strand herabzusteigen galt. Da der Sand so fein war stand man auch schnell mal recht tief drin und ist mehr herab gerutscht als gestiegen.
Die Versteckhütte zum Pinguine beobachten lag am anderen Ende des Strands. Wie wir später erfuhren, hat man von dort nicht mehr ganz den besten Blick auf die ankommenden Pinguine, weil sie mittlerweile in den Dünen am Strand brüten und nicht mehr so viel auf dem Berg in dessen Richtung man blickte. Am besten wäre eine Hütte dort, wo wir zum Strand herunter kamen, jedoch ist der Sand dort zu weich.
Da die Pinguine auf ihrem Weg in die Dünen, den Weg der Menschen zur Hütte kreuzen, haben wir uns auf dem Weg dorthin auch schon nach ihnen umgesehen. Während des Gehens bemerkten wir bereits, dass der Strand seinem Namen verdient. Glücklicherweise, stand der Wind  günstig, dass die Bucht relativ windgeschützt war, obwohl an dem Tag der Wind ganz schön gepustet hat. Immer wieder sah man die Sandwolken auf einen zu fliegen und dann gegen die Sonnen(sandschutz)brille klatschen. Ein weiteres Phänomen des Sandes war das er quietschte. Wenn man ein wenig über ihn geschlürft ist klang es als ob man gerade Fenster putzt. Bevor wir bemerkt hatten, dass wir die Auslöser dieses Geräusches sind dachten wir jedoch Pinguine zu hören und immer als wir stehen blieben verstummte das mysteriöse Geräusch…
Nachdem wir eine Weile den Strand entlang gewandert waren sahen wir, dass in einiger Entfernung sich Menschen auf einmal einfach hinsetzten, andere, auf der gleichen Höhe auch. Dies konnte nur eins heißen: Pinguine
So setzten wir uns dann auch zu ihnen und beobachteten aus angemessener Entfernung die schüchternen Wesen.
Nachdem sie in die Dünen verschwunden waren ging’s dann zur Versteckhütte, wo schon einige Bewunderer der kleinen Watschler hockten. Aus der Ferne(ohne gute Kamera oder Fernglas) konnten wir dann noch 2 beobachten. Wohlgemerkt haben wir dort 1,5 Stunden gesessen, aber das ist nötig, wenn man Pinguine auf natürlichste und billigste Weise sehen will. Außerdem waren auch noch viele Seelöwen da, die uns mittlerweile auch fast wie Farnbäume vorkommen. Ein weiteres Tier welches wir auch oft sehen ist der Austernfischer. Ein schwarzer Vogel mit einem roten Schnabel, der total lustig quietscht. Er ist eigentlich harmlos, außer jemand kommt seinem Nest zu nahe. Dies ist nicht so gut zu erkennen und baut er aber trotzdem gern an Menschenwegen.
Dann machten wir uns wieder auf den Rückweg den Strand entlang, dem Sonnenuntergang entgegen. Der Wind kam vom Land Richtung Wellen, dass die Wellen sogar einen Richtigen Schweif bekamen, wir sahen sogar ein paar Seelöwen wie sie sich im Wasser bewegten. Ja der Weg zurück schon schön… halt, wer aufgepasst hat wird merken, dass ja noch dieser sandige Hügel kam, der zudem noch recht steil ist. Also das war wirklich eine Quälerei dort hoch zu kommen, weil man immer wenn man einen Schritt gemacht hat, wieder halb zurück gerutscht ist.
Danach konnten wir dann gut schlafen.


Morgens wollten wir dann noch Brot backen, weshalb wir mal wieder 10 Minuten vor Schluss auf dem Farmers Market ankamen. Diese Märkte sind hier einfach zu früh für uns.
Danach wollten wir in den Chinesischen Garten, der Dunedin von der Partnerstadt  Shanghai(ja genau das Shanghai, wir haben auch nicht schlecht gestaunt) geschenkt bekommen hat. Er war ganz nett, aber der Eintritt hätte nicht sein müssen. Die Steine die für seine Erbauung benötigt wurden kamen sogar aus China. Es gab auch einen Raum mit Spielen, Büchern und Kleidung zum anprobieren. Pauline und ich sind an den Puzzeln gnadenlos gescheitert und haben deshalb eine Runde Halma gespielt. Als wir uns mal die chinesischen Kappen aufsetzen wollten stellten wir fest, dass Chinesen sehr kleine Köpfe haben.
Weiter ging’s dann zu den Glenfalloch Gärten, kostete auch Eintritt, war auch schick und einen kleinen Nachmittagsspazíergang wert, aber nicht das Eintrittsgeld unbedingt. 
Zuletzt stand noch Lanarch Castle auf unserem Progamm. Dies ist Neuseelands einziges Schloss. Nachdem wir vom Eintritt so geschockt waren, dass wir fast wieder umgedreht wären, haben wir uns doch dazu durchgerungen zumindest uns den Garten und das Schloss von außen anzusehen.
Als wir es sahen, wurde uns mal wieder bewusst, dass wir wohl von Schwerin und Ludwigslust Schlosstechnisch ein wenig verwöhnt sind. Der Garten war auch schön, aber insgesamt hatte ich mir mehr erwartet.
 Da der Tag noch ein Highlight brauchte beschlossen wir für Silvester Quarkberliner zu machen. Deshalb stürzten wir uns in die Küche, die mal wieder ein wenig überfüllt war. Auch die Bedingungen hier etwas zuzubereiten sind nicht soo gut bei Gasherd und nur Oberhitze im Ofen. Trotzdem waren wir optimistisch. Der Teig war schnell angerührt und dann mussten sie ins gerade so kochende Fett. Sie sollten zwar 3-5 Minuten drin bleiben, waren aber nach einer Minute schon gut. Nachdem die ersten im Zucker gewälzt waren, wurden auch schon die Augen der Mitkochenden länger und einige fragten, was wir da machen.
 Wir hätten sie gleich so wegnaschen können. Um dies zu vermeiden machten wir uns mal wieder Eierkuchen nach Rezept, jedoch hatte dies noch Folgen für einen anderen Tag. Trotzdem schmeckten sie sehr gut, auch wenn ich beim halbieren des Rezepts vergessen hatte auch die Backpulvermenge zu halbieren und wir noch den Restquark beimischten. Dazu gab’s mal Apfelmus.
Am 30. Dezember dann ging es endlich zur Cadbury Fabrik. Zur Vorbereitung stimmten wir unsere Zungen schonmal mit der Tafel die wir gekauft hatten ein. Im Besucherzentrum dann war es total voll, weil mal wieder ein Kreuzfahrtschiff angekommen war. Die Führung ähnelte, wer hätte es erwartet, einer Verkaufsveranstaltung die im Shop endete. Aber sie enthielt doch schon ein paar nette Informationen und einige Proben. Das große Highlight  der Tour jedoch sollte der Schokoladen(wasser)fall sein, den ich mir wie eine Art riesigen Schokoladenspringbrunnen vorstellte. Es war jedoch nur eine Tonne (also 1000kg) Schokolade, die in  einen Turm hoch gepumpt und wieder runter krachen gelassen wurde. Dabei wurden Fotos gemacht die man für schlappe 10$ kaufen konnte…
Mal ein kleiner Ausflug in die Cadbury Geschichte: gegründet wurde die Firma in England, wo anfangs nur Trinkschokolade hergestellt wurde. Diese kaufte dann die Hudson Bäckerei in Dunedin am heutigen Standort auf. Mittlerweile gehört Cadbury zu Kraft foods(wie Milka und Toblerone). Wie Milka hat Cadbury auch die Farbe Lila. Dies war ein Tribut der Cadbury Brüder an Queen Victoria.
Neu für mich war, dass Schokolade überall anders schmeckt, aufgrund der Milchqualität und dass weiße Schokolade gar keine richtige Schokolade ist.
Nach der Führung mit dem Bauch voll Schokolade gingen wir ins neu eröffnete Settlers Museum. Dieses war hochmodern und muss Unmengen an Geld verschlungen haben und ist Riesengroß. Es hatte schon einige interessante Ecken, aber es ging halt um die noch nicht so alte Neuseeländische Kultur. Ausgestellt, waren einige Autos, sowie ein alter Stadtbus und die ehemals steilste Straßenbahn der Welt und der erste PC Dunedins, der gar nicht aufs Foto passen wollte.
Außerdem gab es viele Videos, z.B. eines aus den 50ern, wo Affen als Menschen verkleidet wurden und dann eine Geschichte dazu erzählt wurde.
Als wir das Museum grade verlassen wollten begann es enorm an zu regnen. Glücklicherweise hatte das Museum freies WIFI. In einer etwas unregnerischen Phase sind wir dann zum Auto geflitzt und nach Hause gedüst, wo es dann Rhabarber gab. Eine Frau sagte sogar zu uns, dass sie neidisch ist, weil es bei uns immer so gutes Essen gibt.
Silvester wollten wir den Tag in der Stadt noch für das Otago(der Landesteil in dem wir gerade sind) Museum nutzen, welches wir am Vortag nicht mehr geschafft haben und selbst an diesem Tag kaum erfassen konnten. Es gab eine Sonderausstellung über die Beben in Canterbury/Christchurch. Diese war sehr interessant und sehr gut bebildert. Das Ausmaß des Hauptbebens und der ganzen Nachbeben wurde einem sehr deutlich. Zudem war der ein wenig beschädigte Timeball der in Christchurchs Hafen Lyttleton sein sollte(laut der eigentlich aktualisierten lonely planet Ausgabe) und wir dort gesucht haben dort ausgestellt. So haben wir ihn also doch noch gesehen.
Außerdem haben wir damals in Sumner(wo wir unser Auto gekauft haben) an Klippen einige abgerutschte Häuser gesehen und am Straßenrand standen Container, die die Straße vor weiteren Erdrutschen schützen sollten, was auch alles im Erdbeben begründet lag.
Was uns auch beeindruckte war, dass es selbst in der Zeit in der wir da waren anscheinend Nachbeben gab, die wir nur nicht bemerkt haben. Von einem merkbaren hatte ich als wir in Timaru waren gelesen. 
Nach dem Beben gab es auch interessante Aktionen.  Eine kam von den örtlichen Skateboardern, die in den ganzen Erdspalten und Bodenanhebungen neue Herausforderungen sahen. Außerdem waren überall in der Stadt Warnhütchen aufgestellt, die zu Weihnachten geschmückt wurden.
Uns ist schon aufgefallen, dass die Neuseeländer anscheinend wirklich gerne diese Hütchen überall aufstellen. Erst dachten wir, wir sind so von Christchurch geprägt, dass wir immer wenn wir irgendwo eines sehen denken „ach diese Neuseeländer“ , aber hier in Dunedin stehen auch viele unnötig rum. Das brachte uns auch schon auf die Idee, uns auch eines zu besorgen und es mit einem anderen auszutauschen, dieses wiederum andernorts auszutauschen. Aber die Idee mit dem Schmücken fanden wir doch wesentlich cooler.
Im Museum ging es auch viel um andere Kulturen, z.B. gab es sehr viele Schnitzereien Masken und allerlei Kunsthandwerk von pazifischen Völkern, eine Sammlung mit Kram aus aller Welt(u.a. eine Mumie) und natürlich ging es auch noch um die Menschen Otagos.
Im Vordergrund stand eine Ausstellung über die Moriori, ein Volk welches auf den Chatham Islands lebt(e) und dort ankam, als auch die Maori in Neuseeland an Land gingen. Ursprünglich waren sie beide Polynesier, aber durch die Isolation entwickelte sich eine eigene Kultur. Nachdem es bei dem ersten Kontakt mit Europäern zu Kämpfen beim Versuch zu handeln kam und ein Moriori starb, beschlossen sie keine Gewalt mehr anzuwenden. Dies wurde ihnen zum Verhängnis, als sie von Maoristämmen überfallen wurden, welche von den Europäern verdrängt wurde. Sie wurden noch mehr dezimiert, bis 1933 der letzte „Vollblutmoriori“ starb. Lange Zeit wurde sogar gelehrt, dass sie nie existiert haben, aber seit den 90ern bekommen die Nachfahren der Moriori ihr Land auf den Chathams zurück und auch ihre Sprache wird wieder mehr gesprochen.
Ein großer Raum war auch der Maori Kultur gewidmet. Es ist erstaunlich was diese für Schnitzereien machen konnten, wenn man es mit ihren Höhlenmalereien vergleicht.
Auch die Geologie kam nicht zu kurz, aber diesen Teil kannten wir ja schon. Jedoch war hier das Skelett eines riesigen Wassserreptils ausgestellt, welches von shag point stammt.
So beim schreiben fällt mir erst auf wie interessant es eigentlich ist(zudem auch kostenlos). Jedoch waren es wohl einfach zu viele Informationen auf einmal. Trotzdem werde ich die enormen Moa Skelette wohl nicht vergessen, genauso wie das animal attic. Hier waren meist ausgestopfte Tiere von überall aus der Welt ausgestellt. Diese Sammlung ist wohl schon über 100 Jahre alt. Manche Tiere waren auch gleich in irgendeiner Flüssigkeit konserviert(z.B. ein Rattenkönig).
Zuletzt mussten wir wirklich alles nur noch überfliegen, weil wir es nicht mehr geschafft hätten alles in Ruhe anzusehen. Den Teil des Museums(der aber mehr für Kinder ist), den man bezahlen musste haben wir ganz ausgelassen.
Danach hatten wir bis zum Beginn des öffentlichen Silvesterkonzerts noch Zeit und schlenderten noch ein wenig übers Universitätsgelände. Als wir dann immer noch recht viel Zeit hatten gingen wir zu Velvet Burger, wo das essen zwar auf sich warten ließ, es aber umso besser schmeckte. Da wir am Fenster mit Blick zur Fußgängerzone saßen haben wir das Spiel: „sieht aus wie“ erfunden. Dabei haben wir uns gegenseitig Personen gezeigt und der andere musste überlegen, wie wer die Person aussieht.
Nachdem der Burger verspeist und wir noch ein wenig bekleideter waren, ging das Konzert auch los. Es begann mit den Foxy tones, 3 junge Damen im roten Glitzerkleid. Dies ließ uns dem weiteren Verlauf des Abends gegenüber sehr skeptisch werden. Jedoch machten sie ihre Sache gut und wir waren gut drauf. Auch die allgemeine Stimmung im Publikum fand ich den ganzen Abend über sehr angenehm. Was ein wenig ungewohnt war, dass keine Bierstände da waren. Trotzdem glaube ich nicht, dass wir die Einzigen waren, die an diesem Abend Spaß hatten. Die zweite Band coverte auch mehr Titel die uns mehr zu sagten, wie z.B. Red hot chili peppers, jason mraz oder sam sparro und die dritte waren dann eine Bluesband. Pünktlich um 12 war das Konzert dann zu Ende, die Turmuhr schlug, die Kanone knallte und das Feuerwerk begann. Bei diesem waren viele ohhhs und aaahs zu hören, was uns ein wenig verdutzte. Wir sind in Europa wohl schon ziemlich verwöhnt. Danach flanierten wir  noch ein wenig durch die feiernden glücklichen Menschen, bis es uns dann auch nach Hause zog. Das war das erste Mal dass ich hier im dunkeln Auto gefahren bin.
So und jetzt? Ums mal frei nach Rolf Zuckowski zu sagen: und jetzt und jetzt fängt das Ganze schon wieder von vorne an.
Jedoch wussten wir mal gar nichts mit dem neuen Anfang anzufangen. Weil es regnen sollte, was es letztendlich mal wieder nicht hat, haben wir beschlossen heute  den Honigkuchen ohne Honigkuchengewürz, welches die Neuseeländische Post wahrscheinlich noch in Gewahrsam hat, zu backen. Erinnert ihr euch noch, dass ich gesagt hab, dass das Eierkuchen machen folgen hat? Das war jetzt der Fall. Wir hatten keine Eier mehr und unsere Milch war auch fast aufgebraucht. Dies schränkt die Liste der Dinge, die wir Kochen oder Backen hätten können sehr ein. Aber wir fanden doch noch etwas passendes: Vanille Kipferl oder besser gesagt, wie backe ich etwas mit dem ich dick werden kann. Butter hatten wir sogar noch genug und mit Zucker und Mehl hatten wir uns auch eingedeckt. Mandeln Nüsse und ähnliches bot unsere Vorratskiste nicht, dafür smartiäquivalent, welches wir beschlossen in den Teig einfließen zu lassen. 
Heute wollten wir den Honigkuchen backen. Da wir nicht extra für die Einkäufe in die Stadt fahren wollten, haben wir uns ein paar Dinge überlegt die wir da auch noch machen können, wenn wir schon da sind. Als wir jedoch gesehen hatten, dass der Dorfladen hier auf hat, schmissen wir unsere Pläne über den Haufen, kauften was wir brauchten und gingen in die Küche. Heute regnet es sogar.
Der Teig hat unglaublich geklebt und wir dachten, dass wir den Sirup falsch abgemessen haben. Da wir keine Waage und nur begrenzte Volumenabmessmöglichkeiten haben hätte dies durchaus sein können. Das Volumen des Honigs haben wir abgemessen indem wir Wasser verdrängt haben. Danke Physikunterricht. Da wir nur eine Gewichtsangabe für den Sirup haben, haben wir nach der Dichte gegoogelt und so das Volumen errechnet.
Als der Teig dann aufs Backblech musste, stellten wir fest, dass uns das Backpapier ausgegangen war. Deshalb musste ich noch einmal fix zum örtlichen Laden fahren und glücklicherweise gab es dort auch welches. So konnte der Teig auch endlich in den Ofen war und hat danach auch endlich gut ausgesehen, gerochen und geschmeckt. Der Zuckerguß gab dem ganzen dann noch den letzten Schliff.
Nachdem dieser Text nun fertig ist, ist der Tag dann auch schon wieder rum, mal sehen was morgen schmackhaftes passiert.
Macht nicht so doll
Euer David