auf den letzten Metern übernehm ich mal wieder das Ruder des Text schreibens, weil es mir einfach ein Bedürfnis ist, mal wieder zu schreiben. Auch wenn der Blog erst jetzt hochgeladen wird hab ich jeden Tag an jeden Einzelnen von euch gedacht und einen Bericht über den Tag gezaubert. Also los gehts
summary:
We traveled around the Coromandel Peninsula on the 309 Coromandel Road, where we saw Kauris, waterfalls and wonderful views over the peninsula. There is also Water Works, a very funny theme park for old and young. Then we drove to Coromandel Town, a very nice city and further north, where we stayed at a cosy farm. The next day we walked first the "best lookout track" on the farm and had fantastic views from one coast to the other. the rest of the day we spent on the road to Fletchers Bay and made a stop at Port Jackson, where we looked for sand dollars, but we found only two. We enjoyed the sunset at an old wharf next to the road. just one month left in New Zealand. We started early on the next day to go to the east coast, where we explored some bays and climbed on some hills. nice! We drove to Thames, but spent the day in the Broken Hills, and walked some bush walks trough the mining site with a 500m long tunnel including glow worms. After a library day to organise we drove to Auckland.
Am folgenden Tag haben wir bzw eher ich nicht so wirklich schnell nicht die Augen aufbekommen, was sich bald als fatal herausstellte, da kurz bevor wir abfahrbereit waren, so kurz vor 8 ein Auto des Thames coromandel District Council neben uns hielt und der Fahrer bei uns klopfte. Wir kannten schon die Geschichten und wussten was jetzt kommen wird: eine satte Strafe wegen "Freedom camping in a restricted area"- falschcampen.
Mal ein kleiner Exkurs ins Neuseeländische campen. Der Neuseeländer liebt campen und tut dies mehrere Male im Jahr, meist in den Sommerferien und an langen Wochenenden, wie Ostern. Sehr viele Leute haben einen Wohnwagen(früher hat man sich die sogar oft selbst gebaut). Bis vor einigen Jahren hat man sich dann mit diesem irgendwo einen Ort gesucht und sich da mit der ganzen Familie hingestellt, inklusive Vorzelt, schlafzelte, alles drum und dran und wenn kein Klo da war ging's in den Busch. An diesem Ort blieb man dann auch längere Zeit. Wenn dann im Sommer jedoch mindestens halb Neuseeland in Gang setzt und überall hinkackt und müllt, wird dies zum Problem und deshalb gibt es seit ein paar Jahren ein Gesetz was dieses Phänomen genannt "Freedom camping" fast komplett verbietet. Es ist nur noch an manchen Orten für Wohnwagen mit Klo erlaubt. Witzigerweise haben diese Orte trotzdem oft ein normales Klo.
Nun gibt es die Backpacker wie wir, die entweder im Auto oder wir wir in unserem Van schlafen und dabei möglichst wenig Geld bezahlen wollen. Deshalb stellen sich sehr viele auf Rastplätze oder ähnlichem und haben damit oft sehr gute Erfahrungen gemacht, wenn sie manchmal sogar versehentlich auf privaten Grundstücken standen, denn solange man keinen Müll hinterlässt und dort nur eine Nacht schläft, ist es von den Neuseeländern akzeptiert so zu tun, gesetzlich eigentlich nicht, aber es kann ja nicht überall kontrolliert werden.
Wir jedenfalls standen an einem Ort, der sogar ein Campingverbotsschild hatte, der aber zur Entstehungszeit unseres Reiseführers wohl noch legal war.
Nun leider nicht mehr und deshalb klopfte der Mann bei uns an und wir öffneten. Er entschuldigte sich, falls er uns geweckt hat, meinte aber er müsste jetzt eine "notice" von unserem Auto machen. Wir hofften immernoch, dass es nur eine Verwarnung heißt, aber leider tat es das nicht. Er überreichte uns einen Strafzettel über 200$ und erklärte uns, dass wir damit zur Kreisverwaltung(grob übersetzt) fahren sollen und ihnen eine gute Erklärung abliefern sollen warum wir dort geschlafen haben, damit wir nicht zahlen brauchen und verabschiedete sich indem er uns wünschte dass wir trotzdem noch einen schönen Tag haben. Er war so nett, da kam mir das alles gar nicht so schlimm vor.
Naja was will man machen, die Erklärung regeln können wir sowieso erst einen anderen Tag also geht's jetzt erstmal Richtung Coromandelstadt. Außerdem werden die Tage ab heute wieder länger. Auf dem Weg dorthin gibt es ein paar große Kauris, die schon recht beachtlich waren vor allem vom Umfang.
Nach einem kleinen Abstecher zu den Waiau Falls gemacht hatten ging es zu einem Themenpark, den „Waiau Waterworks“. Hier drehte sich, wie der Name schon sagt fast alles ums Wasser. Es gab verschiedene Konstruktionen, die von Wasser angetrieben wurden, bzw. oft musste man auch selbst Hand oder Fuß anlegen damit sich etwas bewegt. Nicht selten wurde man dabei selbst bespritzt aus einem in einem Baum versteckten Schlauch. Zum Glück haben wir am Einlass einen Regenschirm bekommen mit der Begründung, dass wohl vom Regen der vorherigen Nacht noch etwas in den Bäumen sei.
Außerdem gab es allerlei Ingenieurskunst und viel zum anfassen und ausprobiern. Ein Highlight für uns war der Spielplatz mit vielen teilweise selbsterdachten Spielgeräten-nicht nur für Kinder. Echt cool war auch die flying fox (Seilrutsche) und die Reifenschaukel mit einem großen Reifen in dem man richtig drin sitzen konnte.
Nach so viel Spiel und Spaß aßen wir kurz Mittag und wollten dann eigentlich den Castle Rock erkletternt. Irgendwie haben wir nur den Wanderweg nicht gefunden. Deshalb haben wir einfach die Aussicht von der Straße genossen, von der der Weg wohl irgendwo losgegangen sein müsste.
Dann fuhren wir nach Coromandel, die Stadt, die so wie die Halbinsel heißt und nach einem Schiff benannt wurde. Sie hatte ihre Blütezeit während des Goldrausches und aus dieser Zeit standen auch noch einige Gebäude. Deshalb haben wir nachdem wir unsere Informations und Geldvorräte ein wenig aufgestockt hatten auch einen kleinen Spaziergang durch den Ort gemacht. Dabei sahen wir unter anderem eine Hütte eines Minenarbeiters, eine Schule für Minenarbeiter und einen Hund der uns auffressen wollte.
Als wir wieder im sicheren Auto waren fuhren wir in aller Ruhe an der Küstenstraße in Richtung Norden, checkten kurz bei unserem Campingplatz ein und fuhren noch in eine Bucht den Sonnenuntergang angucken.
Abendbrot machten wir dann in dem Hostelgebäude des Holidayparks, da es für uns keine Küche gab aber der Mann der dort als einziger einquartiert war freute sich über ein wenig Gesellschaft und hatte nichts dagegen, dass wir uns dort auch aufhielten. Er war Neuseeänder, also sehr nett.
In der nächsten Nacht hat er, als er zum Toilettengebäude gegangen ist sich ausgeschlossen und stand nur in Tshirt und Unterhose draußen. Er konnte sich noch ein Handtuch aus seinem Auto angeln, da die Rückscheibe nur Folie war und wartete dann bis wir aufwachten um einen Schlüssel für ihn zu besorgen. Das war ein wenig merkwürdig, aber vllt war er einfach so übermüdet und unterkühlt(die Nacht war wirklich kalt), dass es für ihn irgendwo eine Logik hatte.
Da der Holiday Park eher eine normale Farm mit verschiedenen unterkunftsmöglichkeiten war, gab es dort auch einiges an Wanderwegen, da die Farmen hier meist ein wenig größer sind. Da man beim Einchecken eine Broschüre mit Wanderwegen und allerlei Informationen über die Region bekommt und wir einen „best lookout“(bester Aussichtspunkt) fanden, beschlossen wir uns auf den Weg zu diesem zu machen. Dafür ging’s wie so oft bei Aussichtspunkten erstmal bergauf. Erschwert wurde das Ganze noch durch Matsch und den einsetzenden Regen. Als wir gestartet sind hatte die Sonne so schön geschien, aber an dem Tag zogen die Wolken in Geschwindigkeiten von Formel 1 Autos, weshalb der Regen, wie auch der Steigungsgrad des Weges abnahm. Jedoch kam ein neues „hazard“ wie es hier heißt dazu: Kühe. Der Weg führte mitten durch diese gigantischen neuseeländischen Kühe. Passiert ist uns nichts, aber das schlimme ist ja immer, dass alle einen angucken und man nicht weiß, ob sie gleich auf dich zugestürzt kommen. Puh sowas gibt einen Adrenalinschub, wie ein Bungysprung. Ein weiteres Ärgernis durch die Kühe war, dass der Weg total zerlatscht und immer noch matschig war. Aber dann waren wir auch bald auf dem Hügelrücken von dem man doch schon eine beachtliche Aussicht hatte. Mir ist dort erst einmal aufgefallen, wie dünn die Halbinsel ist, da man auf beiden Seiten Wasser hatte. Bald wurde es uns aber zu kalt durch den Wind und wir machten wir uns auf den Rückweg, auf dem uns der Mann entgegen kam, der sich jetzt ausgeschlafen und auf die Suche nach Glühwürmchen in einem alten Minenschacht auf dem Farmgelände hatte.
Wir hingegen sattelten unser Gefährt und ritten entlang der Pohutukawa gesäumten Küstenstraße gen Norden. Hach war das schön.
Als es irgendwann nicht mehr nördlicher ging wussten wir, dass wir in Fletchers Bay waren, guckten uns dort kurz den Strand an, bis der nächste Schauer kam und drehten um, um in Port Jackson den Strand nach Sanddollars(sieht aus wie eine 5teilige Runde Muschel, ist aber eine Art Seeigel de.wikipedia.org/wiki/sanddollars ) abzusuchen, da man diese ganz ganz selten finden kann, aber wohl an diesem Strand haufenweise. Wir liefen den recht langen Strand einmal bis zum Ende und fanden einen. Vielleicht haben wir nicht genau genug geguckt, weil sie sich eingegraben hatten oder vom Wind eingegraben wurden. Der Wind hatte das Wasser auch schon sehr Richtung Land getrieben, als wir zurück gingen, sodass der Strand schon merklich kleiner war. Außerdem fanden wir noch eins dieser ominösen Wesen.
Dann sind wir die Straße, die wir gekommen waren zurück gefahren und haben noch an einem alten Anleger für abgebaute Steine den Sonnenuntergang mit spritzenden Wellen drum‘rum Pause gemacht.
Weil‘s uns so gut gefallen hat, sind wir zurück auf die Farm, wo uns der alte Mann uns wieder freudig begrüßt hat. Er hat die Glühwürmchen noch gefunden, konnte aber keine Fotos machen. Deshalb hab ich ihm unsere gegeben was ihn sehr gefreut hat. Außerdem haben wir noch im Radio gehört, dass in Wellington Stromausfall ist und wohl ein großer Sturm im Süden. Deshalb waren die Wolken wohl so fix heute. Im Bett haben wir dann noch Lisas Blog zu Ende gelesen. Es heißt für uns noch 1 Monat und viel weniger mit dem Auto. Da wird einem schon mulmig.
Weil wir eigentlich noch mit der Driving Creek Railway in Coromandel fahren wollten, sind wir am nächsten Morgen exra früh aufgestanden, um vorher noch ein paar andere Buchten zu erkunden. Als wir zu diesen gefahren waren, fanden wir zunächst den Anfang des Wanderweges nicht, weshalb unser Zeitpolster weg war und wir beschlossen dann doch den ganzen Tag dort, in Waikawau/Little bay zu verbringen. Darum wanderten wir in Ruhe los. Wir waren auf dem Weg zu einem Aussichtspunkt, welcher zunächst im ohne Anstieg, aber dafür im ständigen Wechsel auf der Seiten eines Baches verlief. Deshalb hatten wir am Ende dieses Abschnitts beide nasse Füße, weil die Steine auf denen wir das Wasser überquerten manchmal ganz gemein kippten. Wir waren recht froh als wir uns vom Strom entfernten, jedoch wartete nun der steile Anstieg auf uns. Es ging hinauf bis zu einer Kuhwiese, von der man sehr schöne Aussicht hatte.
Die Kühe grasten in sicherer Entfernung, jedoch wurde der Wind bald zu kalt und wir glitten den Berg herab auf dem rutschigen Matsch. Manchmal waren wir dabei auch nicht so standfest, aber gute Aussichten dabei hatte man. Zurück am Auto speisten wir noch einmal richtig und kämpften uns dann durch einen anderen dschungligen Weg einen Hügel hinauf, von den sich nochmal ein anderer Blick auf die Gegend eröffnete. Hier war es nicht zu windig und sonnig und wir blieben, bis das nächste Regengebiet im Anmarsch war.
Als wir den Weg nach unten zwischen den ganzen Trampelpfaden wiedergefunden hatten waren wir recht kaputt und da wir noch eine recht lange Fahrt vor uns hatten, die wir im hellen bestreiten wollten düsten wir ab Richtung Thames. Die Strecke verlief fast die ganze Zeit direkt am Wasser und am Rand standen die urigen Pohutukawabäume, hinter denen die Sonne im Meer versank.
Als wir im Dunkeln dann in Thames angekommen waren, stockten wir unsere Nudelvorräte auf, da das Nudel-Tomatensauce-Gleichgewicht nicht mehr vorhanden war und kochten Spaghetti Bolognese.
Die nun folgende Nacht war absehbar kalt, deshalb zogen wir uns dick an und nach der morgendlichen heißen Dusche war dann wieder alles im Lot.
Nun ging es ein paar vergessene Nahrungsmittel besorgen und dann zogen wir in den Kampf, da wir ja noch eine Straftat zu begründen hatten. Gerüstet mit 2 Büchern und 100 Gründen warum wir dort campten, wo wir campten, betraten wir das Thames Coromandel District council. Am Schalter erwartete uns eine Frau, die uns dann lediglich ein Formular mit begrenzten Zeilen aushändigte, weshalb wir unser Alibi nur umreißen konnten. In 5 Tagen werden wir nun eine Email bekommen, ob wir zahlen müssen oder nicht. Also alles nicht so spannend, wie wir uns das vorgestellt hatten. Da am Himmel nicht eine Wolke zu sehen war, obwohl Regen vorhergesagt war beschlossen wir, statt in die Bibliothek zu gehen uns zu den Broken Hills aufzumachen, welche wir bisher ausgelassen hatten. Hier wurde Gold abgebaut und es entstand um dieses Gebiet eine typische Goldboomstadt, welche wir uns aber nicht angeguckt haben. Stattdessen sind wir einen Berg hoch gegangen zu einem alten Minenschacht, der 500m durch den Berg verlief. Der Weg war atemraubend. Erstaunlich, dass die Bergleute hier jeden Tag mit Werkzeug hoch mussten. Der Tunnel war noch so wie damals, neu war nur ein Fußweg hindurch, damit man nicht zu sehr durch den Matsch gehen musste. Dieser tat aber der Spannung der Durchquerung keinen Abbruch. Einige Seitengänge waren abgesperrt, und aus einigen von diesen kamen doch recht beunruhigende Geräusche, wahrscheinlich vom tropfenden Wasser. Auch im Hauptgang hat es an allen Ecken und Enden getropft, was jedoch das Klima wieder ideal für Glühwürmchen gemacht hat.
Wieder im Tageslicht ging‘s noch ein kurzes Stück weiter hinauf zu einem Aussichtspunkt an dem wir Pause machten. Als dann doch ein paar bedrohlich aussehende Wolken kamen machten wir uns an den Abstieg, welcher recht steil war. Um den Rundweg zurück zu unserem Gefährt zu vollenden folgten wie dem water race tunnel weg zurück zu dem Fluss den es uns auch schon einiges an trockenen Füßen gekostet hat auf dem Hinweg zu überqueren. Nachdem ich mit einem Fuß von einem glitschigen Stein ins Wasser abgerutscht war, beschloss Pauline lieber gleich barfuss zu gehen, was sich als die bessere Methode rausstellte, weil sie danach keinen nassen Schuh hatte.
Nach so viel Abenteuerlichkeit ging es abends zurück nach Thames, wo wir nach einiger Suche doch noch einen Laden fanden, der Fish’n’Chips anbot und speisten dort. Dann fuhren wir zu einem etwas abgelegenen Camp zum nächtigten und ich spielte noch ein wenig mit dem Fotoapparat herum, da der Himmel klar und es relativ hell durch den Vollmond war.
Da wir noch relativ uninformiert über den nächsten/letzten zu bereisenden Teil Neuseelands waren, verbrachten wir den kommenden Regentag in der Bibliothek. Abends hatten wir noch ein paar Meter im Auto zu machen, bis wir in einem Vorort von Neuseelands größter und einziger Millionenstadt Auckland ankamen. Zum Abendessen gab es Nudeln mit Ei. Während wir noch aßen, gesellte sich eine Gruppe (Familie?) Kiwis zu uns, die ordentlichen Braten mit allem Drum und Dran hatten, welchen sie auch uns immer wieder anboten. Jedoch waren wir schon so satt, was im Nachhinein doch ärgerlich war, weil das alles echt nicht schlecht aussah.
Guten Appetit
euer David
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