Hallo Freunde!
Vom 24.06-01.07 war ich pilgern, nein nicht in Spanien,
sondern in Mecklenburg. Auch hier gibt es Wallfahrtsorte und Land, das man
durchwandern kann.
Die rund 140 km führten uns von Parchim über Mestlin,
Sternberg, Woserin, Dobbertin, Groß Poserin, Plau, Lübz wieder nach Parchim.
Am ersten Tag hat es die meiste Zeit geregnet.
Praktischerweise, war diese Tagestour die längste. Deshalb hat sich die Hälfte
unseres Pilgertrupps kurz vor Schluss schon von dem Pastor abholen lassen, bei
dem wir schliefen.

Erwartungsfroh brachen wir dann nach Sternberg auf, jedoch
auch mit dunklen Wolken. Zum Glück schafften wir es irgendwie immer dort zu
sein, wo es nicht regnete, z.B. unter einer riesigen Eiche. Dort kochten wir
dann, wie jeden Tag in Konstantins viel zu kleinen Töpfen Mittag. Gestärkt und
mit Sonnenschein im Rücken zogen wir weiter. Auf dem Weg kamen wir noch zu
einem Hofladen, wo wir einkauften, bis wir merkten, dass wir das ja auch noch
schleppen müssen.
Weniger erschöpft als am Vorabend hatten wir auch nach dem
Wandern eine gute Zeit. Doch auch hier konnten wir wieder nicht duschen.

Deshalb habe ich am nächsten Morgen mir einfach die Haare in
der Küche gewaschen. Erfrischt waren wir nun das letzte Mal unseres Lebens in
einem Schlecker. Da auch heute die Landschaft nicht besonders schön, mecklenburgisch, war,
sangen wir. Jedoch stellte sich das, parallel mit Wandern, als etwas anstrengend
heraus. So kam es, dass wir beschlossen immer jeder nur ein Wort zu singen. Als
wir dies beherrschten bildeten wir Paare und sangen Kanons.
In Woserin wollten wir dann in einem Haus von einer Familie
schlafen. Ich freute mich schon sehr auf die Dusche. Nur dummerweise musste ich feststellen, dass
es keine gibt, zudem nur ein Plumsklo, da es eine alternative Familie war. Als
ich mich auf die Situation eingestellt hatte, war es sehr schön dort. Die Familie
war sehr freundlich, wir bekamen Knüppelkuchen und eine Feuerstelle. Was braucht
man mehr zum Leben?
Die Nacht verbrachten wir in einer Hütte auf dem Hof, in
der die Frau, eine Töpferin, ihre Kunstwerke aufbewahrte. Selbst nachts war es
in ihr kälter als draußen. Wir lagen auf dem Boden und trauten kaum uns zu
bewegen. Als wir schlafen wollten, hörten wir draußen ein Poltern, welches uns
dran erinnerte, dass wir Tongefäße raus gestellt hatten um Platz zu schaffen.
Wahrscheinlich ist aber nur die Katze vom Dach gefallen. Danach verlief die
Nacht ruhig bis mich etwas im Gesicht kitzelte. Ein Katzenschwanz! Irgendwie
hatte sie es geschafft einzudringen und uns alle zu wecken. Außerdem hat sie
unseren Pflaumenmuß angeleckt und wollte nun raus. Ich erbarmte mich, da ich
als einziger eine weiche Matte hatte und die andern nur den kalten Boden. Als ich
mich jedoch zurück auf meine Matte legen wollte, lag da schon jemand. Das war
sehr gemein.
Den Morgen verbrachten wir dann wieder am Feuer. Für den Weg
malte uns die Töpferin noch eine Karte. Sie zeigte uns den Weg durch das
schönste Durchbruchstal Mecklenburgs, das der Mildenitz.

Der Weg war kurz deshalb kamen wir bald im Kloster Dobbertin
an. Da alle Dobbertiner Läden um 18 Uhr schließen und wir kein Essen mehr
hatten, bestellten wir beim Sternberger Döner. Auf dem Behintertenklo konnte
ich mich sogar richtig waschen.
Am nächsten Morgen mussten wir relativ früh los, da im
Kloster Betrieb ist. Deshalb haben wir beim Bäcker gefrühstückt. Während des
Gehens waren wir so in Black Stories und das Thema Schule vertieft, dass wir
gar nicht merkten wie schnell wir in Groß Poserin ankamen, wo wir sogar im See
baden, duschen und grillen konnten. Ich bin seit langer Zeit mal wieder
geschwommen, was doch anstrengender war als erwartet. Abends haben wir noch
Fußball geguckt, da ja grad EM war. Spiel gegen Italien…
Am nächsten Morgen war meine Stimmung im Keller.Ansonsten war an dem Tag eigentlich nur sehr
warm und nass ohne Regen. Dieser kam erst Abends als wir Plau erreichten.

Am vorletzten Tag wanderten wir nur an der B192 lang, da es
der kürzeste und schattigste Weg war. Zur Motivation hatte Konstantin
organisiert, dass uns Autos freudig zu hupten. Wir schliefen in den
Seitenräumen der Lübzer Kirche und wenn wir auf Klo wollten, mussten wir immer durch
die große Kirchenschiff durch. Sehr eindrucksvoll.
Der letzte Tag war ein wenig gehetzt, da wir einfach nur
noch nach Hause wollten. Lustigerweise fuhren in der ODEG mit uns nur Fusion
Besucher. So waren wir nicht einmal die am meisten stinkenden oder am
fertigsten
aussehenden im Zug.
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