Dienstag, 3. Juli 2012

Pilgern bis die Füße qualmen









Hallo Freunde!
Vom 24.06-01.07 war ich pilgern, nein nicht in Spanien, sondern in Mecklenburg. Auch hier gibt es Wallfahrtsorte und Land, das man durchwandern kann.
Die rund 140 km führten uns von Parchim über Mestlin, Sternberg, Woserin, Dobbertin, Groß Poserin, Plau, Lübz wieder nach Parchim.

Am ersten Tag hat es die meiste Zeit geregnet. Praktischerweise, war diese Tagestour die längste. Deshalb hat sich die Hälfte unseres Pilgertrupps kurz vor Schluss schon von dem Pastor abholen lassen, bei dem wir schliefen.
Erwartungsfroh brachen wir dann nach Sternberg auf, jedoch auch mit dunklen Wolken. Zum Glück schafften wir es irgendwie immer dort zu sein, wo es nicht regnete, z.B. unter einer riesigen Eiche. Dort kochten wir dann, wie jeden Tag in Konstantins viel zu kleinen Töpfen Mittag. Gestärkt und mit Sonnenschein im Rücken zogen wir weiter. Auf dem Weg kamen wir noch zu einem Hofladen, wo wir einkauften, bis wir merkten, dass wir das ja auch noch schleppen müssen.
Weniger erschöpft als am Vorabend hatten wir auch nach dem Wandern eine gute Zeit. Doch auch hier konnten wir wieder nicht duschen.
Deshalb habe ich am nächsten Morgen mir einfach die Haare in der Küche gewaschen. Erfrischt waren wir nun das letzte Mal unseres Lebens in einem Schlecker. Da auch heute die Landschaft nicht besonders schön, mecklenburgisch, war, sangen wir. Jedoch stellte sich das, parallel mit Wandern, als etwas anstrengend heraus. So kam es, dass wir beschlossen immer jeder nur ein Wort zu singen. Als wir dies beherrschten bildeten wir Paare und sangen Kanons.
In Woserin wollten wir dann in einem Haus von einer Familie schlafen. Ich freute mich schon sehr auf die Dusche.  Nur dummerweise musste ich feststellen, dass es keine gibt, zudem nur ein Plumsklo, da es eine alternative Familie war. Als ich mich auf die Situation eingestellt hatte, war es sehr schön dort. Die Familie war sehr freundlich, wir bekamen Knüppelkuchen und eine Feuerstelle. Was braucht man mehr zum Leben?
Die Nacht verbrachten wir in einer Hütte auf dem Hof, in der die Frau, eine Töpferin, ihre Kunstwerke aufbewahrte. Selbst nachts war es in ihr kälter als draußen. Wir lagen auf dem Boden und trauten kaum uns zu bewegen. Als wir schlafen wollten, hörten wir draußen ein Poltern, welches uns dran erinnerte, dass wir Tongefäße raus gestellt hatten um Platz zu schaffen. Wahrscheinlich ist aber nur die Katze vom Dach gefallen. Danach verlief die Nacht ruhig bis mich etwas im Gesicht kitzelte. Ein Katzenschwanz! Irgendwie hatte sie es geschafft einzudringen und uns alle zu wecken. Außerdem hat sie unseren Pflaumenmuß angeleckt und wollte nun raus. Ich erbarmte mich, da ich als einziger eine weiche Matte hatte und die andern nur den kalten Boden. Als ich mich jedoch zurück auf meine Matte legen wollte, lag da schon jemand. Das war sehr gemein.
Den Morgen verbrachten wir dann wieder am Feuer. Für den Weg malte uns die Töpferin noch eine Karte. Sie zeigte uns den Weg durch das schönste Durchbruchstal Mecklenburgs, das der Mildenitz.
Der Weg war kurz deshalb kamen wir bald im Kloster Dobbertin an. Da alle Dobbertiner Läden um 18 Uhr schließen und wir kein Essen mehr hatten, bestellten wir beim Sternberger Döner. Auf dem Behintertenklo konnte ich mich sogar richtig waschen.
Am nächsten Morgen mussten wir relativ früh los, da im Kloster Betrieb ist. Deshalb haben wir beim Bäcker gefrühstückt. Während des Gehens waren wir so in Black Stories und das Thema Schule vertieft, dass wir gar nicht merkten wie schnell wir in Groß Poserin ankamen, wo wir sogar im See baden, duschen und grillen konnten. Ich bin seit langer Zeit mal wieder geschwommen, was doch anstrengender war als erwartet. Abends haben wir noch Fußball geguckt, da ja grad EM war. Spiel gegen Italien…
Am nächsten Morgen war meine Stimmung im Keller.Ansonsten war an dem Tag eigentlich nur sehr warm und nass ohne Regen. Dieser kam erst Abends als wir Plau erreichten.
Am vorletzten Tag wanderten wir nur an der B192 lang, da es der kürzeste und schattigste Weg war. Zur Motivation hatte Konstantin organisiert, dass uns Autos freudig zu hupten. Wir schliefen in den Seitenräumen der Lübzer Kirche und wenn wir auf Klo wollten, mussten wir immer durch die große Kirchenschiff durch. Sehr eindrucksvoll.

Der letzte Tag war ein wenig gehetzt, da wir einfach nur noch nach Hause wollten. Lustigerweise fuhren in der ODEG mit uns nur Fusion Besucher. So waren wir nicht einmal die am meisten stinkenden oder am
 fertigsten aussehenden im Zug.


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